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Amelie Dupuy-Cailloux
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Züchtungsforschung für die Zukunft

Sojabohnen nach der Ernte

Vielfalt statt Monopolherrschaft, Foto: Gerd Carlsson

Hybridzüchtung, Patentierung und Gentechnik, aber auch das aktuelle Saatgutrecht, haben zu einer extremen Monopolisierung des Saatgutmarktes geführt: wenige Großkonzerne kontrollieren einen großen Teil des Marktes, und Monopolisierung führt immer zu einer Verarmung an Vielfalt.  Diesem und vielen anderen Themen rund um die Saatgutzüchtung für den biologischen Anbau widmeten wir uns auf der diesjährigen Saatgut-Tagung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Rund 120 Teilnehmer mit verschiedenen Hintergründen waren Ende Januar zur Tagung in Kassel und beteiligten sich an Diskussionen zur Saatgutzüchtung, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels viele Herausforderungen mit sich bringt. Der Hauptarbeitsschwerpunkt der Zukunftsstiftung Landwirtschaft liegt mit dem Saatgutfonds auf der Förderung der Saatgutzüchtung für den biologischen Landbau: Einerseits geht es darum, Sorten zu entwickeln, die den Anforderungen des Bio-Anbaus gerecht werden, andererseits darum, die Züchtungsarbeit gemeinnützig zu entwickeln. Kampf, Konkurrenz und die daraus resultierende Monopolbildung hätte nie diese Vielfalt hervorbringen können, wie wir sie in der Natur und auf dem Acker immer noch finden können.

Saatgut-Tagung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft 2017 in Kassel

Rund 120 Züchterinnen, Landwirte, Spenderinnen und Verbraucher waren dabei

Etliche Initiativen haben sich auf der Saatgut-Tagung zusammengefunden, die sich für die Erhaltung der Vielfalt auf unseren Äckern einsetzen. Eine davon ist der Verein „Kultursaat e.V.“ (www.kultursaat.org). Aus der Züchtungsarbeit dieses Vereins sind in den letzten Jahren rund 80 Sorten hervorgegangen. Einige davon werden wir Euch auch in diesem Jahr wieder auf unserem 2000m²-Weltacker vorstellen: Tomaten, Zucchini, Möhren, Rote Bete, Salat, Blumenkohl, Broccoli …

Auch auf unserem Weltacker in Berlin wachsen verschieden Sorten

Das wächst auf unserem Weltacker in Berlin, Foto: Steffi Doll

Die Erhaltung der Vielfalt als Zukunftsperspektive war ein wichtiges Thema innerhalb der Vorträge und Arbeitsgruppen auf der Tagung: Wie können genetisch vielfältige Sorten entwickelt werden, die sich leichter an die Folgen des Klimawandels, aber auch an andere Stressfaktoren anpassen können und trotzdem den Anforderungen des Saatgutrechts gerecht werden? Ein Weg laut Gemüsezüchterin Ulrike Behrendt von Kultursaat e.V., ist das Durchführen von Feldversuchen, im Rahmen derer das Verhalten der Pflanzen genau beobachtet werden kann. Je nach Beobachtung muss die Züchtung dementsprechend angepasst werden.

Im Abschlussvortrag von Martin von Mackensen, Leiter der Landbauschule am Dottenfelderhof, ging es um das Verhältnis zwischen Natur und Mensch im jetzigen Zeitalter. Eine Verbindung zur Natur aufzubauen ­­– ein Hüter der Erde zu werden  – ist eine wichtige Aufgabe in unserer Zeit, jede und jeder hat die Möglichkeit, etwas dazu beizutragen.

Also dann: Frisch auf, ans Werk! Herzliche Grüße an alle, die das lesen!

Euer Gerd

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