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Beats und Bohne – Das Jugendfestival zur Ernährungswende

Vom 20-23.06 fand das Jugendfestival auf dem Dottenfelder Hof statt. Auch aus Berlin sind wir vom 2000m²-Weltacker zahlreich angereist. Teils als Teilnehmende, teils als Referenten.

Foto: Julie Rothenbusch

Ganz im Einklang mit der alljährlichen Wir haben es satt!-Demo war der wunderschöne Demeter-Hof Treffpunkt für alle, die sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft einsetzen – ob Bäuerin, Student, Imker oder Aktivistin, alle wollen das jetzige Ernährungssystem verändern. So fühlte man sich auf dem Festivalgelände direkt verbunden und gut aufgehoben.

Vier Tage mit spannenden Workshops, Mitmachwerkstätten, Diskussionen und vieles mehr warteten auf uns. Bei dem vielseitigen Angebot war es schwer, sich für einen Programmpunkt zu entscheiden… Lernen, Mitmachen, Vernetzen – am besten natürlich alles gleichzeitig.

Ich starte den Freitag mit einer Hofführung, in der ich den Hof entdecke und Neues über biodynamische Landwirtschaft erfahre. Bemerkenswert fand ich, dass in hölzernen Fässern über mehrere Stunden Präparate für die Felder per Hand angerührt werden. Da werden unter anderem Hörner von den Kühen verwendet – aber natürlich erst nach dem Schlachten. Denn auf dem Demeter-Hof dürfen alle Kühe ihre Hörner behalten. Neben Kühen, Hühnern und Schweinen wohnen auch über 100 Menschen in der Hofgemeinschaft und engagieren sich hier in verschiedenen Projekten: Gemüseanbau, Getreidezüchtung, Hofladen, Schulbauernhof. Auch viele Menschen aus Bad Vilbel und der Umgebung kommen auf den Hof, um hier frisches Obst und Gemüse zu kaufen und die Landluft zu genießen. Ein lebendiger Hof, wo Menschen wieder die Verbindung zu ihrem Essen erleben können.

Foto: Julie Rothenbusch

Genau in diesem Sinne hieß auch ein Fazit im Workshop namens „Jungen Bäuerinnen und Bauern Boden unter den Füßen geben“. Ein Bauernhof sollte ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein. Ein Ort, der zum Angucken und Mitmachen einlädt und Menschen in Kontakt mit Natur und Essen bringt. Genauso wie es auch das Ziel des Weltackers ist.

Über unser 2000m²-Weltacker Projekt hat Gerd Carlsson bei dem Festival berichtet und sich mit einer großen Runde über Kernthemen der globalen Landwirtschaft ausgetauscht. So viele engagierte junge Menschen zu treffen, die etwas verändern wollen, ist für Gerd immer wieder bereichernd. Interessiert mehr über unser Projekt zu erfahren? Schaut gerne mal (wieder) bei uns auf dem Weltacker vorbei!

Währenddessen klärte Mareike Imken in zwei  interaktiven Workshops über neuartige gentechnische Verfahren, namens Gene Drive, auf. Mit dieser Art des „Ökosystem-Engineerings“ soll nun nicht mehr nur der Acker, sondern die Natur drum herum den Bedürnissen der industriellen Landwirtschaft angepasst werden. Sogenannte Schädlinge, z.B. Fruchtfliegen sollen sich mithilfe des eingebauten gentechnischen Werkzeugs CRISPR-Cas einfach selbst ausrotten. Gegen diese Form des totalitären Eingriffs in die Natur startete Save Our Seeds dieses Jahr eine Petition, welche die Bundesregierung auffordert, die Freisetzung von gentechnisch verändernen Gene Drive-Organismen zu verhindern und sich für ein globales Moratorium einzusetzen. Die Teilnehmenden der Workshops diskutierten, wie dieses Thema vor allem Jugendlichen am besten nahe gebracht werden könnte.

Nach viel theoretischem Input war der Workshop „Bienenwachstuch selber machen“ (um darin beispielsweise belegte Brote zum Mitnehmen einzuwickeln) genau das Richtige für mich.

Im Anschluss habe ich mich beim Schnippeln und Spülen mit anderen Menschen über das Festival ausgetauscht und abends bei Lagerfeuer und Musikbands den Tag ausklingen lassen.

Alles in allem war das Festival ein toller Ort der Begegnung und des Kennenlernens. Mit neuen Ideen und frischer Energie sind alle wieder am Sonntag zurückgereist, um zu Hause an Projekten weiterzubauen oder neue Aktionen umzusetzen. Wir hoffen, dass das ganze nächstes Jahr wieder stattfindet und Du auch mit dabei bist!

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