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Zum Rothenklempenow, Deutschland

Neues aus Rothenklempenow

Lange nichts gehört aus Rothenklempenow, dem Weltacker-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern, das als eines der ersten einen ganzen Weltacker auf dem Lande wagte. Was ist los in Vorpommern? „Seit der Eröffnung im Mai 2017 ist eine Menge passiert“, meint Tobias Till Keye, der Geschäftsführer der Höfegemeinschaft Pommern GmbH. „Unseren Weltacker haben wir als eine Art Bühne entwickelt, um wichtigen landwirtschaftlichen Themen Raum zu geben.  Es geht um die kommenden Zeiten in der Landwirtschaft, deswegen nennen wir ihn auch ‚Zukunft 2.000 m²‘ – kurz – ‚Zukunftsacker’“.

Gegenwärtig fragen wir uns welche speziellen Sorten wir 2018 dort anpflanzen. Unser Zukunftsacker zeigt nicht wie in Berlin maßstabsgetreu die wichtigsten Ackerkulturen der Welt, sondern Gemüsesorten und Getreidearten, die das Potential haben, als neue Kulturen in der Region Vorpommern angebaut zu werden: Kräuter, Salate, Zucchinis, Kürbisse, Kartoffeln, Möhren, Mais, Weizen, Roggen, Bohnen, Gerste, glutenfreien Hafer und Flachs.

Zur Eröffnung hoffen wir mindestens so viel Wirbel zu machen wie im letzten Jahr. Damals kamen über 130 Gäste von nah und fern und konnten den Weltacker aktiv mitgestalten. Gemeinsam wurde ausgesät, Kinder konnten Saatbomben bauen, die Ausstellung „Boden. Grund zum Leben“ galt es zu entdecken und außerdem wurde eine alte Apfelsorte angepflanzt – als Zeichen gemeinsamer Landschaftspflege mit unseren Entwicklungspartnern, der Gemeinde Rothenklempenow und dem Landschaftspflegeverband Odermündung.

Für jede Ackerparzelle haben wir weitere Partner, die sich den Zukunftsfragen der Landwirtschaft stellen wollen. Sie kommen aus den Bereichen Bildung, Kultur, Forschung, Kommunalpolitik, sind junge Unternehmen, Naturschutzverbände wie der Naturpark Stettiner Haff e.V. , die KITA „Schlossgeister“, das Forschungsnetzwerk „Plurale Ökonomik“, die Kompostwirtschafts- und Bodenregenerierungsexperten von „Soil and More“.

Besonders wichtig sind uns sechs Start-ups, die sich am Zukunftsacker beteiligen: Das Bootsbauunternehmen „Greenboats“, das Flachs in seinen Schiffe verbaut, die vegane Müsliriegel-Community „Goodsports“, die glutenfreien Hafer verwendet, das Brauhaus „neulich“ mit seiner Gerste, der Tortilla- und Chipshersteller und Caterer „Tlaxcalli“, der speziellen Mais für seine authentisch-mexikanische Küche benötigt, das Fertiggerichtunternehmen „Lunch Vegaz“, das verschiedene Gemüse und Getreide verwendet und die Gärtnerei Löwenzahn, ein Teil unserer Höfegemeinschaft Pommern. Sie alle nutzen den Weltacker, um auf ihre Weise gutes Leben auf dem Land zu gestalten.

Auch wenn er nicht ganz so zentral liegt wie sein Berliner Bruder, hatte der Zukunftsacker schon allerlei Besuch: die komplette „Kleine Grundschule Mewegen“ kam vorbei und half beim Kartoffelkäfer sammeln und Beete jäten. Die ortsansässige KITA „Schlossgeister Rothenklempenow“ besuchen den Acker regelmäßig, um die verschiedenen Wachstumsstadien der Pflanzen zu verfolgen. Die Inititative „Zero Waste“ aus Österreich und schwedische Masterstudenten der Universität Malmö kamen, um über die BioBoden Genossenschaft und den Weltacker zu schreiben und natürlich viele Einzelbesucher.

Und dann gibt es da noch das „Resource Center on Expertise in Education for Sustainibility Stettinier Haff“, ein Gemeinschaftsprojekt von 30 Bildungsinstitutionen und Nachhaltigkeitsprojekten, das im September präsentiert und jetzt von der United Nations University als „RCE Region“ anerkannt wurde. Der Weltacker konnte entscheidend zu dieser Zertifizierung auf globaler Ebene beitragen, ebenso wie die Fischer der Stadt Ueckermünde und das Forschungsschiff „Aldebaran“ der Deutschen Meeresstiftung.

Noch liegt Schnee auf dem Zukunftsacker und der Wind pfeift über die Furchen. Aber bald wird er wieder zu neuem Leben erwachen und neue Blüten treiben …

 

Text und Fotos: Desirée Dornier, Rothenklempenow

dav

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