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Zum Pflanze der Woche

Pflanze der Woche: Cashewbaum

Foto von sarangib auf Pixabay

Hören wir die Bezeichnung „Cashew“, denken die meisten von uns vermutlich zuerst an die Cashewkerne, welche in nahezu jedem Supermarktregal mittlerweile zum festen Sortiment gehören. Auf dem Acker müsste der Cashewbaum (Anacardium occidentale), an welchem außerdem der hierzulande recht unbekannte Cashewapfel wächst, auf der Obst- und Nussparzelle stehen. Wer uns schon einmal besucht hat, weiß allerdings, dass dem nicht so ist. Die klimatischen Bedingungen, um diese Kultur anzupflanzen, sind bei uns einfach nicht erfüllt, denn der Cashewbaum ist in Brasilien beheimatet und bevorzugt tropisches Klima.

Das erste europäische Land, welches im 16. Jahrhundert im Herkunftsland Brasilien mit diesem Gewächs in Berührung kam, war Portugal. So gelangte die Kultur wenig später schließlich auch über den Seeweg nach Mosambik und Indien. Seit dem 19. Jahrhundert verbreitete sich der Anbau von diesen Ländern ausgehend auf Plantagen in weitere Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde Indien zu dem Land, welches die größte Verarbeitung von Cashewkernen verzeichnete, Der Export nach Europa und Amerika erfolgte somit auch meist aus Indien, Das hatte zur Folge, dass ab 1960 ein Großteil der ostafrikanischen Ernte zum Zweck der Verarbeitung nach Indien exportiert wurde.

Heute gilt Vietnam als größter Produzent von Cashewkernen, gefolgt von Indien und der Elfenbeinküste. Aber auch in einigen Ländern Westafrikas findet eine Ausweitung des Anbaus statt. Im Jahr 2018 wurde eine Gesamternte von etwa 6.000.000 Tonnen verzeichnet, von welcher die zehn größten Produzenten ca. 90% der Ernte ausmachten. Der Arbeit auf besagten Plantagen wird oftmals nachgesagt, menschenunwürdig und konfliktreich zu sein. Das gleiche gilt für die anschließende Verarbeitung. Daher ist es umso wichtiger, sich mit dem Konsum von Cashewkernen auseinanderzusetzen und einen genauen Blick auf Herkunft und Hintergründe der Verarbeitung zu werfen.

Cashewkerne werden oft geröstet (Foto von LoggaWiggler auf Pixabay)

Zum Cashewbaum ist zu sagen, dass er zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) gehört. Er ist ein Laubbaum, der auf eine Höhe von meist 10-12 m und auf 30-40cm Durchmesser heranwächst. Seine Pfahlwurzeln reichen 1-2m in die Tiefe. Daneben besitzt der Baum auch ein Seitenwurzelsystem und ist recht tolerant gegenüber Nährstoffarmut und Trockenheit. Diese Kombination führt dazu, dass er als zuverlässiger Wind- und Erosionsschutz dient. Die Cashewfrucht, welche auch unter der Bezeichnung „Elefantenlaus“ bekannt ist, besitzt Samen, welche wir als Cashewkerne kennen. Sie sind aus botanischer Sicht genau genommen also gar keine Nüsse, sie sind die Samen der Cashewfrucht. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie Fliegen, Bienen und Ameisen, teilweise auch über den Wind.

(Foto von sarangib auf Pixabay)

Im Handel finden wir die Kerne in vielerlei Form, ob roh, geröstet und gesalzen, karamellisiert oder gewürzt. Es wird ihnen ein süßlich-nussiger Geschmack nachgesagt. Mit Blick auf die Nährwerte enthalten Cashewkerne mit etwa 40,5g auf 100g primär Fette, 31g sind Kohlenhydrate und 21g Eiweiß. Nennenswert sind die Mengen an enthaltenen Mineralstoffen wie Magnesium und Eisen und kaum ein anderes bekanntes Lebebensmittel weist einen so hohen Gehalt der essentiellen Aminosäure Tryptophan auf wie Cashewkerne. Die Tatsache, dass an jedem Cashewapfel nur ein Kern ausgebildet wird, macht die Cashewkerne neben einer daher aufwändigen Ernte und Verarbeitung im Vergleich zu anderen Nüssen und Kernen kostspielig. Neben dem Verzehr von Cashewkernen als beliebte Knabberei findet die Verarbeitung in der Küche vor allem in der veganen Ernährung viel Zuspruch, da aus ihnen z.B. Cashewsahne oder Drink gemacht werden kann und ein gewisser Proteingehalt auch zur erfolgreichen Versorgung mit wichtigem Eiweiß sorgt.

Sieht dem Käse aus Kuhmilch zum Verwechseln ähnlich (Foto von LoggaWiggler auf Pixabay)

Fun-facts:

  • Der Cashewbaum ist außerdem bekannt unter den Namen Kaschubaum, Acajoubaum oder Nierenbaum, was vermutlich auf die Form der Kerne zurückzuführen ist.
  • Werden die Kerne im Handel als roh verkauft, kann man trotzdem davon ausgehen, dass sie dampfbehandelt wurden, denn das muss dem Konsumenten nicht angegeben werden.
  • Der größte Cashewbaum der Welt steht im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte in der Stadt Parnamirim.

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