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Pflanze der Woche: Kichererbse

23m² stehen der Kichererbse ( Cicer arietinum) bei uns auf dem Weltacker zur Verfügung. Sie ist neben der Ackerbohne, Linse und Soja sowie einigen weiteren eine unserer Hülsenfrüchte (Fabaceae).

Wie die meisten Hülsenfrüchte trägt die Kichererbse die besondere Eigenschaft, dass sie durch eine Symbiose mit stickstofffixierenden Knöllchenbakterien die Bodenfruchtbarkeit erhöht und dieser keine zusätzliche Düngung benötigt.

Die ausgewachsene Pflanze dieser Kultur lässt sich optisch an einer aufrechten Wuchshöhe von 40-60cm erkennen. Ein weiteres Merkmal sind die klebrigen Köpfchenhaare, die die gesamte Pflanze bewachsen. Die Früchte bilden sich innerhalb der Hülse direkt in den Blattachseln. Dort kann man mit jeweils ein bis drei Samen pro Hülse rechnen. Auch Samen aus der gleichen Hülse weisen vielfältige Formen auf. Durch die Sortenvielfalt können diese zum Beispiel braun, beige oder auch schwarz sein. Das gleiche gilt für die Blüte, welche mal in einem Rot, Weiß oder auch Blau erblüht.

Die schwarze Kichererbse

Man unterscheidet die Kichererbse meist in zwei Sorten, die ebenfalls eine unterschiedliche Optik aufweisen:

„Desi“, wie sie in oftmals in Indien angebaut wird und „Kabuli“, beheimatet in Nordafrika, Afghanistan und dem Mittelmeergebiet.

Es wird heute davon ausgegangen, dass die Kichererbse von der wild wachsenden Cicer reticulatum L. abstammt. Die Aufzeichnungen dieser Ackerkultur reichen weit zurück, bis 8000 v. Chr. ins Jungsteinzeitalter, wo sie bereits in Kleinasien kultiviert wurde. Von dort führte sie ihren Weg in den Nahen Osten, in den Mittelmeerraum und nach Indien fort. Auch in Griechenland reichen Funde bis in die Kupfersteinzeit!

Nahezu alle Pflanzenverzeichnisse des Mittelalters beinhalten die Kichererbse, welche zu dieser Zeit allerdings weniger als Nahrungsmittel diente. Bekannt war sie überwiegend als Arzneimittel. Auch Hildegard von Bingen empfahl „Kicher“ als wirksames Mittel gegen Fieber.

Für den Anbau eignet sich die Kichererbse in Deutschland, wo sie auch als sogenannte „Echte Kicher“, „Römische Kicher“ oder „Venuskicher“ bekannt ist, nur bedingt. Ein Großteil der Sorten findet in Mitteleuropa nicht die nötige Wärme, die für ein erfolgreiches Wachstum erforderlich ist. So wird hierzulande seit 1930 beinahe kein Anbau betrieben, es gehen einfach keine lohnenswerten Erträge daraus hervor.

Kichererbsen so weit das Auge reicht

Besser eignet sich dagegen das subtropische Klima. Im Jahr 2018 wurde eine eindrucksvolle weltweite Ernte von etwa 17.000.000 Tonnen verzeichnet, von der die 10 Hauptanbauländer ca. 95% erzielten. Als Hauptanbaugebiete der Kichererbse sind heute vor allem die Türkei, Indien und Australien bekannt.

Die Kichererbse findet sich heutzutage in der traditionellen Küche vieler Kulturkreise wieder. Ob in Osteuropa als Hummus oder Falafel, wie es auch bei uns einen großen Bekanntheitsgrad erlangt hat, oder in einem indischen Curry. Auch in Nordafrika hat die Kichererbse als proteinreiches Nahrungsmittel einen hohen Stellenwert. Sie enthält zudem einen hohen Gehalt an Selen, Magnesium und Eisen auf und stärkt unser Nervensystem durch das darin enthaltende Vitamin B, was sie gerade in der fleischlosen Küche zu einer bedeutsamen Ergänzung vieler Gerichte macht.

Kennt ihr schon unseren anderen Beitrag zur Ackerkultur Kichererbse?: