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Sarah Poldrack
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Pflanze der Woche: Sonnenblume

Dieser Tage lacht sie mit der Sonne um die Wette und reckt ihren schweren Blütenkopf zum Licht: die Sonnenblume (Helianthus annuus). Bei Bienen, Vögeln und Menschen ist sie gleichermaßen beliebt, ob als Nektarlieferantin, Nahrungsquelle oder als Dekoration im frühen Herbst.

Wie auch die Ringelblume gehört die Sonnenblume zu den Korbblütern (Asteraceae). Das was wir gemeinhin als Blüte bezeichnen, ist botanisch gesehen ein korbförmiger Blütenstand. Der Korb ist aus gelben oder orange-roten Zungenblüten am Rand und braunen Röhrenblüten in der Mitte zusammengesetzt. Ein Korb kann mehr als 15.000 kleine Blüten enthalten.

Die Pflanze wird, je nach Sorte, 1 bis 2, manchmal sogar bis zu drei Meter hoch. Die Pflanze bildet dann eine oder mehrere Blütenkörbe aus.Trotz ihrer enormen Größe verholzt die Sonnenblume nicht und überwintert auch nur als Samen. Sie ist einjährig, daher auch der botanische Artname „annuus“, was „jährlich“ bedeutet.

Die Knospen der Sonnenblume richten sich zur Sonne aus, eine Eigenschaft, die als Heliotropie (Sonnenliebe) bekannt ist. Diese Eigenart und ihre sonnengelbe Farbe haben der Sonnenblume auch den botanischen Namen Helianthus gegeben. Dieser stammt vom griechischen helios, der Sonne und dem Wort anthus, dem Wort für Blume. Die blühende Blume hört schließlich auf, sich mit der Sonne zu drehen und richtet sich nach Osten, Richtung Sonnenaufgang, aus.

Die Sonnenblume stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Im 16. Jahrhundert wurde sie von Seefahrern nach Europa gebracht und zunächst nur als Zierpflanze verwendet. Heutzutage wird sie wegen ihrer ölhaltigen Samen vor allem als Ölsaat angebaut.

Auf tiefgründigen Böden mit reichlich Humus und hohem Nährstoffgehalt wächst die große Blume wie verrückt. Außerdem braucht sie ausreichend Licht und Wärme. Im Halbschatten bleiben die Pflanzen klein und blühen kaum. Die meisten Sonnenblumen werden auf Feldern mit vollem Sonnenlicht in Monokultur angebaut. 2018 wurden weltweit rund 26,7 Mio ha so bepflanzt. Damit ist die Sonnenblume nach Soja und Raps die drittwichtigste Ölsaat weltweit. Die meisten Sonnenblumen werden in der Ukraine und in Russland produziert.

Aus dem Großteil der Sonnenblumenkerne wird Öl gepresst, ein Teil wird jedoch auch direkt verzehrt. So sind Sonnenblumenkerne geschält und geröstet oder mit Schale erhältlich. Sie spielen außerdem bei der Verfeinerung von Backwaren und Müslis eine wichtige Rolle.

Doch auch als Schnittblume wird die Sonnenblume immer wichtiger. Viele Sorten wurden inzwischen für den Schnitt gezüchtet. Das Problem: viele wurden extra so gezüchtet, dass sie möglichst wenig Pollen und Nektar haben, damit sie uns zuhause nicht das Tischtuch ruinieren. Doch Bienen und andere Bestäuber werden trotzdem von den leuchtend gelben Blütenkörben angezogen. Oft sterben die Insekten an Kraftmangel, wenn sie viele Blüten anfliegen, die zwar toll aussehen, ihnen jedoch keine Nahrung bieten. Also im Garten und beim Blumenkauf auf nektarreiche Sorten achten! Wer noch mehr für die Bienen in der Landschaft tun will, kann unsere Petition für eine bestäuberfreundliche Landwirtschaft unterstützen. Hier geht es zur Petition!

Die Sonnenblumen auf dem Weltacker könnt ihr im Video sehen:

Sonnenblume auf dem Berliner Weltacker