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„Die Weide und das liebe Vieh“ mit Anita Idel

Beim unserem letzten Acker-Talk berichtete die Tierärztin und Autorin Anita Idel im Tropenhaus des Botanischen Volksparks Pankow über die Hintergründe ihres Buches „Die Kuh ist kein Klima-Killer“. Sie engagiert sich seit Jahren für eine angemessene und ganzheitliche Wahrnehmung des Graslandes und ihrer wichtigsten Betreuerinnen, der Kühe. Idel wehrt sich mit Vehemenz und Kompetenz „gegen den Tunnelblick“, mit dem Kühe als Methan produzierende Klima-Ungeheuer verunglimpft werden.

Erst durch Jahrtausende lange Beweidung entstanden die fruchtbarsten Ebenen der Welt, auch Kornkammern genannt, wie die Prärien Nordamerikas, die Pampas in Argentinien und Uruguay, Schwarzerdeböden in der Ukraine, Ungarn, Rumänien und die deutschen Tieflandbuchten, die heute die wichtigsten Orte des Ackerbaus sind.  So weideten in den Ebenen der argentinischen Pampas noch im 16. Jahrhundert über 40 Millionen Guanacos, die Wildform der Lamas und bis ins 19. Jahrhundert über 50 Millionen Bisons in den Prärien Nordamerikas. Die landschaftsprägenden Auerochsen und Wisente in Mitteleuropa wurden seit der Römerzeit verdrängt, hinterließen uns aber fruchtbarste Böden, wie die Magdeburger- und Hildesheimer Börde.

Kühe bei unseren 2000 m² Partnern auf der Withmuir Farm in Schottland Foto: Pete Ritchie

Heute werden dort beim Anbau von Getreide, Mais und Soja in Monokulturen hohe Erträge erzielt und die Entstehungsgeschichte dieser fruchtbaren Regionen durch Beweidung ist vergessen. Die Vertreibung der großen Weidetiere ist zu lange her. Die Ko-Evolution von Gras und Grasern hat aber wesentlich zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit beigetragen und auch heute kann durch nachhaltige Weidehaltung Kohlenstoff als Humus im Boden gespeichert werden und so die Boden-fruchtbarkeit fördern. Dabei entlastet jede zusätzliche Tonne Humus im Boden die Atmosphäre um ca. 1,8 Tonnen CO2. So tragen Rinder und ihre widerkäuenden Verwandten durch nachhaltige Weidehaltung sogar ganz entscheidend zur Begrenzung des Klimawandels bei.

 

Mehr Informationen unter www.anita-idel.de

Text von Heike Holfeld

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