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Sorghumhirse

Sorghum (Sorghum bicolor) ist eine in Europa weniger bekannte Getreideart. Ursprünglich stammt sie aus Ostafrika und wurde zuerst von Jägern und Sammlern genutzt. Der erste Beleg für domestizierte Sorghumhirse stammt allerdings aus der Harappakultur im Norden des heutigen Indiens. Dort wurde Sorghum bereits vor etwa 4000 Jahren angebaut.

Sorghumhirse auf dem 2000m²-Weltacker in Berlin-Pankow

Fünftwichtigstes Getreide

Sorghumhirse wird zwischen zwei und fünf Meter hoch und ähnelt im Aussehen und Wuchs dem Mais. Häufig bildet die Pflanze zwei bis drei Triebe. So wie auch Mais und Zuckerrohr gehört sie in die Unterfamilie Panicoideae der Familie Poaceae (Süßgräser). Die Sorghumhirse ist heute nach Mais, Weizen, Reis und Gerste das fünftwichtigste Getreide weltweit. Neben dem Anbau als Grundnahrungsmittel wird es auch als Viehfutter und zur Ethanolherstellung genutzt. Sorghum ist sehr trockenresistent – in Dürrezeiten stellt sie das Wachstum einfach vorübergehend ein. Obwohl die Pflanze nur geringe Ansprüche an den Boden hat bevorzugt sie leichten Boden mit einem guten Humusanteil. Im mitteleuropäischen Klima kann Sorghum ab etwa Anfang/Mitte Mai gepflanzt werden, Pflänzchen vorzuziehen ist zu empfehlen. Der Pflanzabstand sollte etwa 50 x 20 cm betragen. Die Rispen können getrocknet werden und machen sich hervorregend in Trockengestecken.

Selbstverteidigung gegen Fraßfeinde

Auf unserem Weltacker in Berlin-Pankow steht Sorghum auf 47 m². Im vergangenen Jahr hat sie sich prächtig entwickelt und erreichte eine Höhe von über drei Metern. Sorghum hat einen interessanten Selbstverteidigungsmechanismus gegen Fraßfeinde. Viele Sorten der Sorghumhirse enthalten in den Blättern und Trieben cyanogene Glycoside in teilweise erheblichen Konzentrationen.  Werden die Blätter verletzt, wandeln sich diese im Magen der Tiere in Blausäure um. Silage oder die Bereitung von Heu neutralisiert diese Stoffe weitgehend.