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Soup & Talk nach „Wir haben es satt!“

„Soup & Talk“ ist, wenn sich 150 bis 200 erschöpfte und ein wenig durchgefrorene Jugendliche aller Altersgruppen wohlig auf dem geheizten Fußboden der Heinrich-Böll-Stiftung niederlassen und sich im 5-Minuten-Takt von ihren Taten und Träumen erzählen.

Es war mal wieder ein grosses Fest der Ideen und Projekte, der Mutmacherinnen und –macher aus aller Welt. 30 Menschen präsentierten in jeweils fünf Minuten ihr „Ding“: Den Bio-Balkon, eine Aktion gegen den größten Mineraldünger-Konzern der Welt, Saatgutfestivals und Bodengenossenschaften und Aktiengesellschaften gegen landgrabbing und für startups auf dem Lande, den Kampf für die Bauernrechte bei der UNO und den für strafloses Containern bei Edeka, eine Graswurzel-Bewegung zur EU weiten Sammlung von Bodendaten, eine Gemeinde, die den Humusaufbau ihrer Landwirte bezahlt.

Eine live-Schaltung nach Brasilien zu einer Initiative indigener Frauen, die ihr Land gegen den neuen Machthaber und seine Sojabarone verteidigen gehörte ebenso zu den Höhepunkten wie die Ansprache von Oumar Bâ, dem Bürgermeister der Gemeinde Ndiob im Senegal, die sich als agrarökologische Transition Town in den letzten Jahren neu erfunden hat. Die Bäuerin Silke Backsen erzählte wie sie die Bundesregierung wegen Untätigkeit gegen die Überflutung ihrer ostfriesischen Insel Pellworm verklagt hat und Mareicke Imken stellte unsere Kampagne gegen Gene-Drives, die gentechnische Kettenreaktion zur Manipulation der Natur vor. Last not least auch Lukas Mischnik, der unseren brandneuen Ackerflächenrechner mym2.de präsentierte.

Foto: LaKunaBi

Sehr, sehr traurig war der diesjährige Bericht aus Syrien von unseren Freunden vom 15th Garden. Abdullah al Khatee, dessen solidarische Landwirtschaft in den Vororten von Damaskus jahrelang den Blockaden des Regimes getrotzt hatte, berichtete, dass praktisch der gesamte Widerstand der demokratischen Zivilgesellschaft mittlerweile vertrieben wurde oder gefallen ist. Ihm selbst war vor wenigen Tagen die Flucht nach Deutschland gelungen, die er nie antreten wollte. Seinem Kollegen Fatih war dies nicht mehr vergönnt: Er wurde vor zwei Wochen ermordet. Wir werden zu seinen Ehren auf dem Weltacker eine syrische Rose pflanzen, die uns die Freundinnen vom 15th Garden mitgebracht haben.

Foto: LaKunaBi

Eingerahmt war „Soup & Talk“ von einer ebenso packenden wie umfassenden Darstellung des Hausschweins, gegeben von „Fräulein Brehm“ und von einer verträumten Gutenacht-Geschichte des schreibenden Milchbauern Matthias Stührwoldt, der uns die philosophische Ruhe und tauglitzernde Poesie des morgendlichen Weidegangs und des nicht festzuhaltenden Glücks des Augenblickes nahebrachte.

Wir freuen uns schon auf Soup & Talk 2020 und werden demnächst eine vollständige Videodokumentation der diesjährigen Ausgabe online stellen.

Auch schon Tradition: unser Infostand vor Soupt & Talk

 

 

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