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Erbsen, Brandmaus und der Klimawandel

Unsere Erbsenjungpflanzen

Letzte Woche haben sich Brandmäuse über unsere Erbsenjungpflanzen hergemacht.

Die Brandmaus (Apodemus agrarius) ein recht kleines und niedliches Tier, welches sich vor allem durch den dunklen Strich auf dem Rücken erkennen lässt, bewohnt anscheinend den botanischen Volkspark in Blankenfelde-Pankow, sowie das Tropenhaus, in welchem wir unsere Jungpflanzen anziehen. Obwohl sie vorwiegend tagaktiv ist, sind wir ihr nicht persönlich begegnet, ihre Spuren sind aber doch gut zu erkennen.

Die Brandmaus, Foto: Pixabay

Eigentlich interessiert sich die Brandmaus wenig für die junge Erbsenpflanze an sich, essen möchte sie die Erbse, welche sich in der Erde befindet. Trotzdem haben wir die Jungpflanzen teilweise ganz abgenagt und in kleine grüne Schnipsel zerlegt vorgefunden – nun fragt sich: War es unserer Maus zu aufwändig sich durch die vielen verzweigten Blattranken hindurch zu schlängeln, oder hatte sie zudem ein wenig Langeweile und Spaß am Zerlegen der jungen frischen Blätter?

Mäuse stellen in der Landwirtschaft ein großes Problem dar. Sie sind sowohl Feld- als auch Lagerschädlinge. Sie schädigen vor allem Grünland aber auch Gehölze und Ackerkulturen durch das Abfressen von Wurzeln oder Rinden sowie durch das Wühlen und Graben von Gängen.

Und sie werden mehr.

Unsere Erbsenjungpflanzen

Den Prognosen nach führt der Klimawandel zu immer milderen Wintern sowie im allgemeinen geringeren Niederschlägen.

In milden Wintern werden Mäusepopulationen weniger dezimiert, einerseits da die Mäuse nicht erfrieren, andererseits ertrinken weniger Mäuse durch niedrigere Niederschlagsmengen. So starten die Mäuse im Frühjahr mit größeren Populationen und haben bei lang anhaltenden warmen oder milden Temperaturen die Möglichkeit, häufiger Nachwuchs zu bekommen. Der Höchststand der Populationen ist üblicherweise im Herbst erreicht.

Große Mäusepopulationen können zum Totalausfall der Ernte führen.

Auch andere Faktoren bedingen große Mäusepopulationen. Der hohe Anteil an Monokulturen auf unseren Äckern und die strukturarme Ackerlandschaft führen dazu, dass natürliche Feinde der Mäuse wie Greifvögel diese nicht mehr fangen. Ein daraus resultierender Umgang mit hohen Mäusepopulationen könnte demnach mehr Diversität im Ackerbau sowie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel sein. Und natürlich der Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel, aber dazu bald mehr in unseren neuen Bildungsmodulen zum „Klimaacker“.

Vielleicht überlegen wir uns ja auch einmal, wie wir einen Greifvogel in unser Gewächshaus gelockt kriegen…

Text von Nora Beriwan Ezawa

Quellen:

https://www.rundblick-niedersachsen.de/landwirtschaftskammer-warnt-klimawandel-fuehrt-zu-immer-mehr-schaedlingsbefall/