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Update vom Acker: Es grünt so grün wenn (Pankows) Blüten blühn!

Frühlingszeit ist Pflanz- und Saat-Zeit! Da der Frühling mittlerweile schon fließend in einen verheißungsvollen Sommer übergeht, wird es langsam Zeit die Jungpflanzen in den Boden zu setzen! Noch setzen uns die Eisheiligen mit ihren frostigen Temperaturen zu, doch sobald das Wetter etwas milder wird, können wir nicht genug helfende Hände auf dem Acker haben.

Der Acker verändert sich!

Ich bin Mathilde, die aktuelle Acker-Praktikantin und schon seit fast 2 Monaten dabei. In diesen 2 Monaten hat sich der Acker wahnsinnig verändert. Wo vorher meterhohe Strünke von Sonnenblumen und Hirse des Vorjahres standen, werden jetzt die Bohnen in den frisch umgepflügten Boden gesät. Wo sich die Wiese nur erahnen ließ, brummt das Leben und die Löwenzahn-Blumen stehen so dicht, dass sie sich fast berühren. Der rote Klee blüht noch immer und zieht hunderte Bienen an, wobei der Apfelbaum seine Blüten schon hinter sich gelassen hat. Und die ersten zarten Pflanzen schießen aus dem Boden, die wir vor gerade einmal einem Monat gesät haben.

Natürlich passierten einige dieser gravierenden Veränderungen nicht von allein, sondern wurden von uns mühevoll erarbeitet. Insbesondere einen großen Teil des Ackers umzugraben (ohne große Maschine) war eine körperliche Herausforderung für uns alle. Und mit einem Mal Umgraben war es nicht getan. Einige Stellen waren so hartnäckig, dass es drei Umgrabungen bedarf, alle nur mithilfe eines so genannten „Einachsers“. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen: der Unterschied des Bodens von vorher zu dem jetzigen ist wie Tag und Nacht. So konnten wir schon einige Kulturen direkt in den Boden sähen, wie beispielsweise die Dicken Bohnen oder die Kartoffeln und den Yams.

Einige Kulturen lassen sich jedoch nicht so einfach direkt in den Boden sähen, wie zum Beispiel die Tomaten oder den Reis. Diese Kulturen hat Gerd in seiner Gärtnerei vorgezogen. Nächste Woche kommen die Jungpflanzen dann in den Boden. Aber nicht nur Nutzpflanzen wurden vorgezogen, auch einige Blühpflanzen für unseren so genannten Blühstreifen werden als Jungpflanzen in den Boden gesetzt.

Blühstreifen

Der Blühstreifen symbolisiert die mittlerweile fast verschwundenen Randpflanzen der Äcker, die früher allgegenwärtig waren und den Übergang vom Feld zum Weg markierten. Dort wuchsen viele blühende Wildkräuter, wie beispielsweise Mohn oder Kornblume, welche insgesamt essentiell für viele Bienen- und Schmetterlingsarten sind. Da diese Wildkräuter aber gern auf nährstoffarmen Böden wachsen und die heutigen Äcker völlig überdüngt und mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht werden, sind sie heutzutage viel seltener anzutreffen. Unsere Blühstreifen, die wir zwischen Feld und Wegen angelegt haben, sollen also symbolisieren, wie es eigentlich sein sollte. Unter anderem werden dort bald Phazelie, Dill, Koriander, Kornblume und viele weitere Wildblumen blühen.

Inkarnatklee auf unserem Weltacker im Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow (Foto: Julie Rothenbusch)

Ein Anfang hierbei macht schon der rote Klee, welchen wir als Untersaat in den Mais und den Weizen gesät haben. Dabei erfüllt er mehrere Funktionen (wie Gerd schon in einem seiner Blogeinträge beschrieben hat): er fixiert Stickstoff im Boden, bietet mit seinen Blüten Nahrung für Bienen und kann als Futtermittel für Tiere genutzt werden.

Insgesamt freue ich mich jeden Tag aufs Neue auf dem Acker sein zu können und den Pflanzen förmlich beim Wachsen zusehen zu dürfen!

Wenn ihr Lust bekommen habt euch den ergrünenden Acker mal anzusehen oder noch nie rot blühenden Klee gesehen habt, dann kommt vorbei am 25.5. + 26.5.2019 (Langer Tag der Stadtnatur)!

Bis dahin, liebe Grüße vom Acker,

Mathilde

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