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Zum Weltacker-Tagebuch

Weltacker-Tagebuch

Hier im Weltacker-Tagebuch gibt es regelmäßige Updates von Ekke, dem Weltacker-Gärtner, und seinen Helfer*innen auf unserem Berliner Acker. Am Ende jeder Woche erwartet euch ein kleines Video.

Dienstag, 26.05.2020

Bald wird es rund um unsere Acker in vielen verschiedenen Farben blühen, die letzten Blumenmischungen sind ausgesät. Derweil diese wachsen, kommen noch ein paar weitere Kulturen auf den Acker und so wurde heute mit viel Kraft und Ausdauer die Fläche für den Reis vorbereitet und im Tropenhaus Desmodium für die Push and Pull-Methode angesät. Weshalb wir Desmodium pflanzen möchtet könnt ihr bspw. hier erfahren: https://www.bantam-mais.de/warum-bantam/anbau-und-pflege/push-pull-methode.html

Montag, 25.05.2020

Heute haben wir uns intensiv den Blühstreifen gewidmet, haben dort Beikräuter entfernt und neu nachgesät. Bald werden Calendula, Tagetes, Fenchel, Koriander, Phazelie und Sonnenblumen die Insekten erfreuen. Außerdem durften die Erdnüsse raus auf den Acker.

Freitag, 22.05.2020

Damit wir bei der Baumwolle nicht nächste Woche wieder Stunden lang das schnellwüchsige Beikraut jäten, wurde sie heute mit Material von unserem Komposthaufen gemulcht!

Mittwoch, 20.05.2020

Nun ist auch die Baumwolle auf dem Acker! Die Jungpflanzen hatten wir vor einigen Wochen im Tropenhaus keimen und heranwachsen lassen, bis sie nun endlich kräftig genug waren um raus zu dürfen.

Dienstag, 19.05.2020

Und es geht direkt weiter mit Aussähen. Heute durften die Kuhbohnen, die Erbsen und weitere Sonnenblumen in den Boden. Zudem sind unsere Tomatenpflänzchen, welche auch keinen Frost vertragen, jetzt aus dem Tropenhaus auf den Acker umgezogen!

Montag, 18.05.2020

Heute ging es weiter mit der Beikrautregulierung: Die Acker Crew hat der Quecke noch einmal so richtig den Kampf angesagt und ein großes Stück des Weltackers von ihr befreit. Warum Quecken sorgfältig samt ganzer Wurzel entfernt werden sollten erklärt Gärtner Ekke im Video „Beikräuter regulieren“ vom 13.05.2020.
Die Buschbohne ist leider den Eisheiligen zum Opfer gefallen und so mussten wir sie heute neu aussäen.
Außerdem haben wir noch Kichererbsen gesät. Wir sind gespannt, wie sie sich macht, Kichererbsen sind nämlich sehr wärmeliebend. Auf jeden Fall wird sie bestimmt 12 Tage zum Keimen brauchen.

Freitag, 15.05.2020

Heute haben wir ein Video für euch mit einem Überblick der Weltacker-Arbeiten vom 06. bis 14. Mai.

Donnerstag, 14.05.2020

Die Eisheiligen haben unsere Kartoffeln gestreift, aber der Schaden ist gering. Damit die Kartoffelknollen gut vor der Sonne geschützt sind und kein Solanin bilden, haben wir diese angehäufelt. Das Solanin ist ein natürliches Gift, welche die Kartoffel vor Frassfeinden schützt, aber auch für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist. Beim Anhäufeln konnte gleich das Unkraut entfernt werden. Mit der Beikrautregulierung hat die Ackercrew momentan jeden Tag zu tun. Manchmal werden dabei auch kleine Schätze entdeckt, wie z. B. heute an der Luzerne, welche kleine Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln zeigte.

Mittwoch, 13.05.2020

Die EU hat zwar gerade die Agrarreform praktisch um ein weiteres Jahr verschoben. Doch die Biodiversitäts-Strategie, die die EU-Kommission gerade ausarbeitet hat durchaus Biss: 50% Pestzidreduktion, 25% Bioanbau, 20% weniger Düngemitteleinsatz und 50% weniger Stickstoffeintrag in die Umwelt und 10% der Agrarfläche reserviert für den Artenschutz in den kommenden 9 Jahren (2030). Noch hat sich offensichtlich die Agrarlobby nicht über diesen Vorschlag hergemacht.

Wir sind jedenfalls dabei den Wildbestäubern genügend Nahrung zu bieten und kümmern uns darum, dass es auf dem Blühstreifen genug Nahrung für die rund 590 Wildbienenarten, die in Deutschland leben, gibt.

Tagetes für den Blühstreifen

Außerdem muss das Beikraut reguliert werden. Worauf man dabei achten muss, erklärt euch Ekke, unser Weltacker-Gärtner, in einem kurzen Videobeitrag.

Dienstag, 12.05.2020

Die Eisheiligen haben uns heute Nacht einen Besuch abgestattet! Mamertus ist der erste im Bunde und hat die Kartoffeln gestreift. Sie werden sich erholen und wir sind froh, dass wir mit den empfindlichen Kulturen wie Tomaten und Paprika gewartet haben.

Nun folgen drei weitere Eisheilige bis die heilige Sophie die Nachtfrostgefahr beendet! Erstaunlich wie präzise dieses Wetterphänomen jährlich eintritt. Im April/Mai können die Temperaturen in Mitteleuropa meist schon recht hoch sein. In diesem Zeitraum kann immer noch kalte Polarluf in den Mittelmeerraum strömen, so dass es teilweise zu Bodenfrost kommt.

Foto: Alejandro Canabate

Kartoffelplfanze vom „Eisheiligen-Frost“ gestreift

Montag, 11.05.2020

Heute hat es, wie wahrscheinlich in ganz Deutschland, geregnet und die Temperaturen sind von Stunde zu Stunde gefallen. Wir haben den Regen zum Pflanzen genutzt und die vorgezogenen Sonnenblumen in den Blühstreifen gesetzt. Die samenfesten Sonnenblumen sind reich an Pollen und Nektar, was die Bienen und Hummeln freuen wird. Aber auch als Ölfrucht wird die Sonnenblume genutzt. Aber schaut doch selber.

Fotos: Alejandro Canabate

Sonnenblumen für den Blühstreifen
Sonnenblume

Überblick Ende April/Anfang Mai

Am 24. April waren wir beim Netzstreik fürs Klima dabei. Die Trockenheit hat dem Acker im April viel Ärger bereitet, so dass viele Kulturen, vor allem das Getreide, nicht gut aufgegangen sind. Der viele Regen Anfang Mai war dann eine Wohltat. Jungpflanzen wurden im Gewächshaus vorgezogen und teilweise schon ins Freiland gesetzt. Darunter auch die „Klimatomate“ die mit der richtigen Anbaumethode nicht mehr gegossen werden muss. Toll ist, dass die Wildbienen in dem schönen Hotel Quartier bezogen haben – also hat sich die viele Arbeit beim Bauen gelohnt und unsere Pflanzen werden es danken. Aber schaut doch selber.

Donnerstag, 07.05.2020

Die Weltacker-Crew war wieder fleißig. Heute wurde das Flächenbuffet gemulcht, um den Boden vor Abtragung und Austrocknung zu schützen und die vielen Bodenlebewesen lieben außerdem Mulch und produzieren dann guten Humus. Die Süßkartoffel-Jungpflanzen müssen noch die Eisheiligen abwarten, bevor sie ins Freiland dürfen. Außerdem treibt Ekke, der Weltacker-Gärtner, noch neue Süßkartoffeln. Da es momentan Lieferengpässe gibt.

Mulch fürs Flächenbuffet
Süßkartoffel-Jungpflanzen
Treiben von Süßkartoffel-Pflanzen

Mittwoch, 06.05.2020

Nach den Eisheiligen sollen alle Pflanzen auf den Acker, dafür müssen vor allem die tropischen Pflanzen, wie die Baumwolle, abgehärtet werden. Deshalb hat Ekke, unser Gärtner, die Pflanzen in den kühleren Bereich vom Tropenhaus im Botanischen Volkspark Pankow umgelagert. Inzwischen gibt es immer mehr interessierte Menschen, die an der Aktion „Klimatomate“ teilnehmen möchten, dafür hat die Weltackercrew viele Tomaten- und Eiskrautpflanzen vorgezogen, welche dann ab dem 22.05. auf dem Weltacker immer freitags und samstags zwischen 9 und 15 Uhr gegen Spende abgeholt werden können.

Abhärtung der Baumwolle
Calendula selbstausgesät
Klimatomate
Eiskraut für die „Klimatomate“ als Bodendecker

Dienstag, 05.05.2020

Am Abend spürt die Ackercrew derzeit ihren Rücken, denn momentan wird viel gejätet. Jetzt wo es geregnet hat, wird zudem manches nachgesät das in der Trockenheit vertrocknet ist. Schaut euch das hübsche Schwein mit seinem Stirnkranz an. Also Spaß ist auf dem Acker auch dabei!

Fotos von Alejandro Canabate

alle Beikräuter beseitigt
Buschbohne gejätet
Bohnen-Saatgut

Montag, 04.05.2020

Der Winterweizen vom Weltacker geht jetzt in die Halme und die Mohnblumen sind schöne Farbtupfer dazwischen. Auch die Kornblume zeigt sich jetzt nach dem Regen und gefällt nicht nur uns, sondern auch den Wildbienen.

Das Wetter

Am 28. April gab das Nationale Zentrum für Umweltinformation in den USA (NOAA) seinen Weltjahres Temperatur Ausblick bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass 2020 als das wärmste Jahr seit Temperatur-Aufzeichnung wird betrage 74,67% und die, dass es eines der fünf wärmsten Jahre 99,94%.

In Berlin lagen die Temperaturen in diesem Jahr in allen Monaten über dem 30jährigen Mittel (1981-2010). Im Januar lag die Durchschnittstemperatur 3.7°C über dem Mittel, im Februar um 4,5°C, im März knapp 1°C und im April 1,2°C.

Beim Niederschlag sah es nicht besser aus. Drei Monate des Jahres lagen unterhalb des langjährigen Mittel beim Niederschlag, Januar (74%), März (70%) und April (5%). Im Februar fiel dagegen in Berlin mehr als doppelt so viel Regen wie normal. Schlimm für uns hier auf dem Weltacker waren vor allem die vergangenen 7 Wochen in denen beinahe kein Niederschlag fiel.

Manche Kulturen die wir Anfang März ausgesät hatten, gingen nicht oder nur ganz schlecht auf. Andere Pflanzen weisen Trockenschäden auf. Seit etwa 3 Wochen beregnen wir die Kulturen, zeitweise auch das Getreide. Hier hat es das Einkorn am schlimmsten erwischt.

Man kann wohl zu Recht sagen, das der Winter dieses Jahr komplett ausgefallen ist. Das wird nicht ohne Folgen für die Landwirtschaft bleiben, speziell im regenarmen Brandenburg. Ganz allgemein ist der Winter die Jahreszeit in dem die Wasservorräte im Boden aufgefüllt werden. Dazu tragen nicht nur die Niederschläge bei sondern auch die verringerte Verdunstung. Liegen die Temperaturen im Winter höher verdunstet auch mehr Wasser, welches dann im Frühjahr für die Pflanzen fehlt. Solche Winter wie der vergangene erhöhen auch den Druck durch Schädlinge wie zum Beispiel Mäuse oder manche Schadinsekten. Diese durchleben in normalen, kalten Wintern harte Zeiten welche ihre Population niedrig halten. Fällt der Winter besonders warm aus beginnen diese Schädlinge das Jahr mit höheren Populationen und können dann noch mehr Schaden als sonst anrichten. Nicht unbedingt die besten Aussichten für die Landwirtschaft 2020 also.

Wochenrückblick 27.04. – 01.05.2020

Das erste Unkraut gab es schon, die Jungpflanzen gedeihen prächtig und gesät wurden Sonnenblumen und Millethirse. Die Kartoffeln wachsen gut an.

Spitzwegerich
Millethirse
Millethirse
Kartoffeln

Donnerstag, 30.04.2020:

Unsere Wildbienen haben Quartier bezogen! Wir haben Eichenstämme so angebohrt, dass Wildbienen gern ihren Nachwuchs darin aufziehen. In den langen Gängen liegen nun mehrere Eier mit jeweils einem Pollenpäckchen und am Ende wurde es mit kleinen Steinen, Lehm oder Ähnlichem verschlossen. Jeder Art hat da ihre eigenes Material.
Übers Jahr verwandelt sich die Larve zur Puppe aus der im nächsten Frühjahr die fertige Biene schlüpft.

Bienen brauchen aber nicht nur Nistplätze, sondern auch Futter. Das finden sie in der ausgeräumten Landwirtschaft oft nicht mehr. Deshalb setzen sich Menschen aus ganz Europa gemeinsam für eine bienenfreundliche Landwirtschaft. Mit unserer Europäischen Bürgerinitiative fordern wir gemeinsam die EU-Kommission auf, eine Landwirtschaft zu unterstützen, die die Bedürfnisse von Bäuerinnen und Bauern und der Natur wieder in Einklang bringt.

Also unbedingt Petition unterschreiben und teilen!

Foto: Nora Ezawa

Unterschreibt die Petition der Europäischen BI „Bienen und Bauern retten“

Mittwoch, 29.04.2020:

Der junge Winterweizen und das Einkorn haben mit der Trockenheit der letzten sechs Wochen zu kämpfen. Das fehlende Wasser von oben macht den Keimlingen zu schaffen. Stellt euch vor, wir werden das Getreide jetzt bewässern. Soviel Energieaufwand! Da tut sich die Gerste schon leichter. Diese Kultur ist einfach trockenresistenter und weist nur wenige Pflanzlücken auf. Im Gegensatz dazu hat sich der Sommerweizen gar nicht blicken lassen.



Montag, 27.04.2020:

Heute gab es unerwarteten Besuch von einer Ringelnatter. Die Aufnahmen dazu stammen tatsächlich von unserem Acker. Unglaublich, oder?

Unsere Klimatomaten + Eiskraut wachsen so langsam. Wir sind gespannt, welche Erfolge wir mit dem weiteren Pflanzenwachstum, vor allem bei den Tomaten haben werden.

Falls euch die Klimatomate noch unbekannt ist, findet ihr hier sicher viele Antworten:

https://www.bantam-mais.de/mitmach-aktion-klimatomate.html

Videoclip zum Start der Weltacker-Saison