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Friderike Meyer

Weltacker Blog : Markus Bogner

Am Montag dem 12. Juni besuchte uns Markus Bogner auf dem Weltacker in Marzahn für einen Vortrag, und um sein aktuelles Buch « Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen«  vorzustellen.

Kernthema seines Vortrages war die Frage “Ist Selbstversorgung in der Stadt möglich?”. Zu der Veranstaltung waren diverse Gäste auf den Weltacker gekommen, um dem Redner zu lauschen und Antworten auf brennende Fragen zu erhalten.

Er berichtete von seinen Erfahrungen rund um das Thema Selbstversorgung. Laut Bogner umfasst Selbstversorgung nicht nur die Herstellung, sondern auch grundsätzlich die Beschaffung von Nahrung. Er regte dazu an, solidarische Landwirtschaft zu nutzen, wenn möglich die Bauern in der Umgebung zu besuchen und bei Gefallen deren Produkte vor Ort zu beziehen. Das bedeutet im Schluss, die Herstellungskette aktiv zu hinterfragen, selbst zu erforschen und wenn möglich sinnvoll und nachhaltig zu optimieren. Für tägliche Supermarktgänger vielleicht eine anfängliche Umgewöhnung und Verkomplizierung des gewohnten kurzen Einkaufens um die Ecke, allerdings geht es hier schließlich um mehr: Nämlich unseren Planeten und die Zukunft unserer Nahrung. Selbst für interessierte Hobbygärtner ist nicht immer die eigene Herstellung von Nahrungsmitteln möglich. Oftmals ist es praktikabler sich zuerst mit der Herkunft der eingekauften Produkte auseinanderzusetzen, diese gegebenenfalls zu ändern und schon auf vorhandene Bauern mit Erfahrung zu setzen.

Bei all seinen Erläuterungen wurde schnell klar, seine Stärke ist es komplexe landwirtschaftliche Probleme mit anschaulichen Analogien und Beispielen dem Zuhörer zu vermitteln. Und das ist auch notwendig bei diesem sehr wichtigen Thema. Denn am Ende betrifft es uns alle. Besonders, weil der landwirtschaftliche Raum, der jeden von uns zusteht, begrenzt ist, ist es wichtig, dass dieser nachhaltig bewirtschaftet wird.

Persönlich fand ich seine Praxisbeispiele am Informativsten. Wie er seinen Bauernhof nachhaltig organisiert und Lebensräume von Pflanzen und Tieren vor Ort sinnvoll und effektiv ergänzt. Schweine z.B. haben Freilauf und übernehmen die Pflugarbeiten. Auch freilaufendes Geflügel kann Schnecken im Gemüsegarten vertilgen. Alles ist hier multifunktional und artgerecht, fast wie die Natur es vorgesehen hat, auch zum Vorteil des Menschen.

Wenn man das hört, ist es eigentlich kein Wunder, dass der bäuerliche Hausgarten die produktivste Form der landwirtschaftlichen Nutzung ist. Die Effizienz wird erreicht, durch ein möglichst hohes Maß an Selbstorganisation aller Organismen welche auf kleinem Raum koexistieren.

Dass ich eine Ausgabe seines aktuellen Buches mit Signierung bekam, freute mich natürlich « tierisch” und war ein sehr gelungener Abschluss dieses tollen Besuches.

Eure Rike, Praktikantin auf dem Weltacker