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Amelie Dupuy-Cailloux

AckerEvent: Große Bantam-Mais-Aktion

Am 20. Mai 2017 ab 17:00 Uhr findet auf dem 2000 m² Weltacker das erste große Bantam-Mais Treffen statt! Auf dem Gelände der IGA-Berlin in Marzahn treffen sich neue und alte Bantamesinnen und Bantamesen zur gemeinsamen Pflanzaktion mit Life-Musik,  Kinderparty, Tortillas, Neuigkeiten und Diskussion zum Stand der Agro-Gentechnik in Deutschland und der Welt.

 

1800 Maissetzlinge sollen gemeinsam angepflanzt werden, damit eine Fläche von 265 m² auf dem Weltacker bedeckt wird. Dies entspricht den 185 Millionen Hektar weltweiter Anbaubaufläche. Der aus Mexiko stammende Mais ist das einzige Getreide der Welt, von dem über eine Milliarde Tonnen pro Jahr produziert wird. Über 60 % der weltweiten Maisernte werden heute verfüttert, 20 % zu Sprit verarbeitet. Mais war 1930 die erste kommerzielle Hybridpflanze. Heute ist der größte Teil des Anbaus hybrid und kann nicht mehr nachgebaut werden. In den USA, Brasilien und Argentinien sind zudem die meisten Sorten gentechnisch verändert. Das Saatgut stammt zu 70% von Monsanto, Dupont und Syngenta.

 

Gegen den Anbau von Gentech-Mais in Deutschland und Europa startete 2006 der Bantam „Zwergen­aufstand“. In 50.000 Gärten und auf Feldern und Balkonen der Republik wird wieder samenfester Mais angebaut. Damit Gentech-Mais die Bantam-Samen nicht verunreinigt und sich unkontrolliert ausbreitet, müßte ein Sicherheitsabstand von den Gärten und Feldern gehalten werden, der auch den 3 Kilometer-Radius von Bienen berücksichtigt. Allerdings ist der Anbau von Gentechnik-Mais seit 2009 in Deutschland verboten. Die Aktion Bantam-Mais achtet darauf, dass das auch so bleibt.  „Am 20. Mai wird auf dem Weltacker gepflanzt und getanzt“, so Gesine Schaumann, Koordinatorin der Aktion Bantam-Mais, „wir tauschen Erfahrungen aus und reden darüber wie es mit der Aktion weitergeht, angesichts neuer EU-Zulassungen und dem neuen Gentechnikgesetz von Landwirtschaftsminister Schmidt“.

 

Mit der Push-Pull-Methode und der Mischkultur Milpa zeigen Gesine Schaumann und Weltacker-Gärtner Gerd Carlsson, dass Mais auch ohne Pestizide, Gentechnik und Hybride gedeiht. „Push-Pull“ ist eine integrierte, nachhaltige Anbaumethode aus Kenia, die Ertrag und Bodenfruchtbarkeit verbessert: Die Stängelbohrer-Motten werden durch den Geruch von Desmodium, das zwischen den Mais und die Hirse gepflanzt wird, vertrieben („Push“). Um die Felder wird Napiergras gepflanzt, das die Motten aus dem Maisfeld lockt („Pull“). Bei der Milpa oder „Maya-Mischung“ werden die „drei Schwestern“ Mais, Bohnen und Kürbisse gemeinsam angebaut. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, die Bohnen liefern Stickstoff und die großen Kürbisblätter schützen den Boden vor Erosion durch Regen oder Austrocknung.