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Ben Wissler

Zu Besuch auf dem 2000m²-Acker

Vielen werden sich schon gefragt haben, warum es diese Woche zu ruhig war und es kaum Rezepte gab. Das lag daran, dass ich diese Woche etwas gefastet habe. Nein, Ostern ist schon vorbei aber am Wochenende hatten wir Besuch aus Amsterdam. Es kam die Slow Food Youth Academy aus dem Niederlanden zu uns. Eine Gruppe junger Menschen die sich auch beruflich mit dem Thema Ernährung und Landwirtschaft beschäftigen.

Morgens kam die Gruppe zu uns auf den Acker und es wurden viele Fragen zum Projekt gestellt. „Wow, unglaublich, von 2000m² braucht man alleine schon 300m² für Speiseöl”, und „Ist es überhaupt möglich das wir mit dieser Fläche auskommen?”. Nach einem gemeinsammen Einsatz gegen die Quecke und für die Bienen, die Gruppe hat nämlich unserem Blühstreifen vom Beikraut befreit und ist ab sofort offizieller Botschafter von unserem Blühstreifen, haben wir auch noch gemeinsam gekocht.

Und eben, da ich nicht wollte das die jungen Menschen mit leerem Magen nach hause gehen, bin ich diese Woche etwas zurück getreten und habe meine Speisekammer für die Slow Food Youth Academy geopfert.

Slow Food Youth Academy Amsterdam

Slow Food Youth Academy Amsterdam

Es gab einen Rote Bete Cous Cous mit einem Gemüseragout und frisch gesammelte Wildkräuter.

Cous Cous ist ja eigentlich Weizengrieß. Grieß ist ein Begriff aus der Müllerei und steht für Teilstückchen des Getreidekorns. Grießkörnchen sind rundlich bis kantig und weiß bis gelblich-braun gefärbt. Grieß wird ähnlich hergestellt wie Mehl, jedoch wird dazu die Mühle anders eingestellt. Die feinere Mehlfraktion, die bei diesem Mahlvorgang gleichzeitig mitentsteht, wird später ausgesiebt und als Mehl verwendet. Da wir aber kein Weizen anbauen haben wir Einkorn verwendet. Einkorn ist eine der ältesten domestizierten Getreidearten. Einkorn stammt vom wilden Weizen ab, der im Gegensatz zu Einkorn eine brüchige Ährchengabel hat. Einkorn gilt als Vorläufer von Dinkel und Saatweizen.

Für die Herstellung von unserem Rote Bete Cous Cous werden in einem Topf feine Zwiebelwürfel mit etwas Öl angeschwitzt. Gewürze und Kräuter werden zugegeben und das Ganze wird mit Wasser aufgefüllt. Einmal aufgekocht gibt mit die heiße Flüssigkeit über den Cous Cous und lässt ihn nun einige Minuten ruhen und quellen.

Für das Gemüseragout haben wir Zwiebeln, Kürbis, Möhren, Pastinaken und Kartoffeln und gleich große Würfel geschnitten und alles leicht angebraten. Dann mit Wasser auffüllen und zum kochen bringen. Mit Salz, Pfeffer und orientalischen Gewürzen abschmecken. Sobald das Gemüse weich ist, wird das Ganze mit etwas Mehl bestäubt. So erhällt es seine Bindung. Zum Schluss kommt noch frische Hafermilch dazu. Fertig.

Die Rote Bete wird am besten mit einer Küchenreibe fein gerieben und unter den Cous Cous gehoben. Das Ganze noch mit etwas Rapsöl, Honig und Apfelessig abschmecken.

Die Wildkräuter haben wir wieder rund um den Acker gesammelt und aus Öl, Apfelessig, Zwiebeln und etwas Honig ein einfaches aber gutes Dressing hergestellt.

Fertig war das erste Ackermahl. Und das bei bestem Wetter.

Herzlichst,

Ben Wissler

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