Frauen in der Landwirtschaft

Die Leistungen von Frauen sind elementar für die globale Ernährungssicherheit. Trotzdem bleiben sie oft unsichtbar. Die Bezahlung der Frauen ist schlechter als die der Männer, ein wesentlicher Teil der Arbeit erfolgt sogar komplett unbezahlt. Auch der landwirtschaftliche Besitz ist höchst ungleich verteilt: Weltweit leisten Frauen 38 Prozent der qualifizierten Arbeit in der Landwirtschaft, ihnen gehört aber nur ein Achtel der fruchtbaren Ackerfläche.

Um das Bewusstsein für die entscheidende Rolle der Frauen in Ernährungssystemen zu stärken, hat die UNO 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ erklärt. Auch bei Weltacker Schweiz rücken wir diese wichtige Thematik im laufenden Jahr in den Fokus.

Mit einer Veranstaltungsreihe beleuchten wir in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen verschiedene Aspekte des Themas. Unter anderem diskutieren wir mit Bäuerinnen aus Indien und weiteren Ländern über ihre Rolle beim Wandel hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft, wir betrachten die Leistungen von Schweizer Landwirtschaftspionierinnen und wir tauchen ein in historisches Filmmaterial von der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit, die 1928 einen Meilenstein in der Sichtbarkeit und Vernetzung der Schweizer Bäuerinnen setzte.

Zudem entwickeln wir ein Bildungsmodul, damit sich Schulklassen bei ihren Ackerbesuchen auch mit Geschlechterrollen in der Landwirtschaft befassen, ihre eigenen Vorstellungen davon reflektieren und die Bedeutung von Gleichberechtigung erfahren können.

Sowohl auf den einzelnen Weltäckern als auch hier auf der Website publizieren wir laufend weitere Informationen zum Thema und tragen so dazu bei, die Schlüsselrollen von Frauen zur Überwindung des Hungers sowie auf dem Weg zu einem gerechten ökologischen Ernährungssystem sichtbar zu machen.

Unsere Kernbotschaften

Weltweit produzieren sie die Hälfte der Nahrung, in den meisten Ländern des Globalen Südens sogar 60 bis 80 Prozent, wobei sie häufig die körperlich anstrengendsten Arbeiten auf dem Feld übernehmen. Dazu kommt die oft unsichtbare Haus- und Pflegearbeit, die in ländlichen Gebieten besonders gross ist. 

Grund dafür sind meistens strukturelle Benachteiligungen. Frauen haben schwierigere Arbeitsbedingungen und arbeiten häufig unbezahlt. Zudem sind sie überdurchschnittlich von Armut und Hunger betroffen. 

Das bedeutet, dass Frauen, die Landwirtschaft betreiben, selber mitentscheiden, was der Betrieb anbaut und wie die erwirtschafteten finanziellen Mittel verwendet werden. Dies stärkt ihre Position im Betrieb und ermöglicht neue Rollenverteilungen in der Familie. Zudem braucht es mehr weibliche Mitsprache und Sichtbarkeit in Interessensvertretungen, landwirtschaftlicher Beratung und Ausbildung sowie öffentlichen Ämtern auf allen Ebenen – auch in der Schweiz.

In einer gleichberechtigten Landwirtschaft wären gemäss UNO rund 45 Millionen weniger Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die Erfahrungen der Frauen in ihren Rollen als Ernährerinnen und Produzentinnen tragen dazu bei, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig eröffnet das Weiterentwickeln von Rollenbildern allen Menschen neue Möglichkeiten, auch in der Schweiz.

Veranstaltungen

Welche Erfahrungen machen landwirtschaftlich tätige Frauen in der Schweiz? Was hat sich bereits verändert? Wie erreichen wir Gleichberechtigung in der Landwirtschaft?

Referate und Podiumsdiskussion
Mehrzweckgebäude Inforama, Rütti 10, Zollikofen

13:45 Uhr Grusswort Barbara Kunz (Vizepräsidentin OGG Bern, ehem. Präsidentin Verband Bernischer Landfrauenvereine)

14:00 Uhr Kurzreferate:
Ursina Töndury, landwirtschaftliche Mitarbeiterin des Radiesli-Hofs (solidarischen Landwirtschaft), Gymnasiallehrerin

Christine Bühler, ehem. Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands, Grossrätin (Mitte), Stiftungsrätin Gosteli-Archiv

Peter Moser, Historiker, Archiv für Agrargeschichte

14:45 Uhr Podiumsdiskussion mit Christine Bühler, Ursina Töndury, Peter Moser
Moderation: Johanna Herrigel, Programmverantwortliche Ernährungspolitik Schweiz, Stiftung Biovision

ca. 16 Uhr Apéro

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der OGG Bern, dem Förderverein Weltacker Bern sowie Weltacker Schweiz.

Veranstaltungsflyer

Der Weltacker Attiswil gibt mit einer Ausstellung jungen Landwirtinnen und Bäuerinnen aus der Region eine Stimme. Die Porträts werden historischen Fotos gegenübergestellt, um einen spannenden Vergleich zu schaffen.

Die Vernissage findet im Rahmen des Ackersonntags am 16. August statt.

An der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA), die 1928 in Bern stattfand, präsentierten sich auch Bäuerinnen und Landfrauen aus der ganzen Schweiz. Die Waadtländer Bäuerin Augusta Gillabert-Randin hat eigens für die SAFFA den Film «La paysanne au travail» produzieren lassen.
An der Veranstaltung im Gosteli-Archiv zeigen wir Ausschnitte aus diesem Film und beleuchten in einem vertiefenden Vortrag die Bedeutung der SAFFA 1928 sowie deren nachhaltigen Einfluss auf die Sichtbarkeit und Vernetzung von Bäuerinnen und Landfrauen bis in die Gegenwart.


Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Gosteli-Archiv und Weltacker Schweiz.

19. August 2026, 18:30-20:00, Gosteli-Archiv, Altikofenstrasse 186, 3048 Worblaufen.
Eintritt: gratis. Platzzahl beschränkt.
Anmeldung: 

Programm folgt.

Was erzählen Archive über Bäuerinnen und Landfrauen? Eine Wissenschaftlerin und die Spoken Word-Künstlerin Sandra Künzi begeben sich ins Gosteli-Archiv, dem Archiv zur Geschichte schweizerischer Frauenbewegungen, und machen sich auf die Suche nach Spuren. Ausgehend vom Archivmaterial liefern die beiden dem Publikum einen unterhaltsamen Einblick in die Arbeit, das Wissen und in die Geschichten von Frauen in der Landwirtschaft.


Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Gosteli-Archiv und Weltacker Schweiz.

19. Oktober 2026, 18:00-20:00, Gosteli-Archiv, Altikofenstrasse 186, 3048 Worblaufen
Eintritt: 15.-
Anmeldung: .

Vergangene Veranstaltungen

Public Lecture and Panel Discussion, followed by a reception with drinks and light refreshments.

How do women drive the transition toward more sustainable farming?
What can India and Switzerland learn from each other?

We are exploring these questions with members of the Andhra Pradesh Community Managed Natural Farming (APCNF) project. By applying agroecological principles, smallholders in Andhra Pradesh (India) secure healthy food, stable incomes, and resilient community structures led by local women’s self-help groups.

Speakers:
Swati Renduchintala is leading the international cooperation at APCNF.
Arika Narasamma is a farmer scientist at the APCNF’s RySS academy.
Bobbili Jyothi is a farmer and student at RySS academy, offering field classes on her farm.
Sudhakar Yerrakonda is the thematic lead for learning and academics at RySS.

Panellists:
Johanna Herrigel is a programme manager at Biovision and a member of the AG FairFood Feministisch (WIDE).
Tamina Felder is a farmer in the canton of Bern and researcher at FiBL.

Moderation:
Tina Goethe (HEKS)

17 February 2026, 4 p.m., Berner Generationenhaus, Bubenbergsaal (3rd floor).
Registration by email appreciated () – walk-ins welcome if space allows.
This event is held in English.

Flyer (pdf)

In this online-event we highlight best pratices by female and queer farmers from three continents. Together we will discuss gender equality as a key for sustainable and just food systems worldwide and debate how everyone of us can contribute and take action.


Speakers:
Mercy Ambani, Seed Savers Network Kenya
Nancy Simba, Red de Mujeres Rurales Ecuador
Suse Brettin, PHD candidate Gender & Globalisation in agriculture, HU Berlin
Julia Bar-Tal, Farmer and food rights defender, Germany

March, 5th 2026, 6 – 7:30 pm (CEST)
Language: english (& spanish translation)
Register

Organised by Weltacker Berlin, Wuppertal and Eine-Welt-Forum Mannheim as part of Weltacker International’s Working group Agriculture & Gender. Thanks to our supporters: Patagonia, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Brot für die Welt, Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, FIAN.

Wir danken der FAIRster Foundation, der Stiftung Amphora und der Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit für die Unterstützung unserer Aktivitäten zum Thema Frauen in der Landwirtschaft.