Frauen in der Landwirtschaft

Die Leistungen von Frauen sind elementar für die globale Ernährungssicherheit. Eine Landwirtschaft ohne Frauen ist undenkbar, aber trotzdem bleiben ihre Leistungen oft unsichtbar. Die Bezahlung der Frauen ist schlechter als die der Männer, ein wesentlicher Teil der Arbeit erfolgt sogar komplett unbezahlt. Auch der landwirtschaftliche Besitz ist höchst ungleich verteilt: Weltweit leisten Frauen 41 Prozent der qualifizierten Arbeit in der Landwirtschaft, ihnen gehört aber nur rund ein Achtel der fruchtbaren Ackerfläche.

Um das Bewusstsein für die Schlüsselposition von Frauen in Ernährungssystemen zu stärken und ihre Arbeitsleistungen und Verantwortung in den Fokus zu rücken, hat die UNO 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ erklärt. Mit einer Veranstaltungsreihe  geben wir Frauen, die in der Landwirtschaft tätig sind, eine Plattform und unser neues Bildungsmodul sensibilisiert für Geschlechtergerechtigkeit.

In Kürze

Das Ernährungssystem lastet zu einem grossen Teil auf den Schultern der Frauen.

Frauen haben weltweit schlechteren Zugang zu Land, Kapital, Betriebsmitteln und Bildung.

Gleicher Zugang zu Ressourcen und Rechten ermöglicht selbstbestimmtes Wirtschaften für alle Geschlechter.

Von Geschlechtergerechtigkeit profitieren wir alle.

Veranstaltungsreihe

In unserer Veranstaltungsreihe zum „International Year of the Woman Farmer“ rücken wir zusammen mit anderen Organisationen während der Weltacker-Saison 2026 Frauen und ihre elementare Arbeit für die Ernährungssicherheit in den Fokus. Unter anderem diskutierten wir mit Bäuerinnen aus Indien und weiteren Ländern über ihre Rolle beim Wandel hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft, wir betrachten die Leistungen von Schweizer Landwirtschaftspionierinnen und wir tauchen ein in historisches Filmmaterial von der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit, die 1928 einen Meilenstein in der Sichtbarkeit und Vernetzung der Schweizer Bäuerinnen setzte.

Kommende Veranstaltungen

Programm
13.30 Uhr: Weltacker-Tour
14.30 Uhr: Podiumsgespräch
ca. 16.00 Uhr: Apéro

Mit Larissa, Laura und Bettina geben uns dieses Mal drei Praktikerinnen einen Einblick in ihren Alltag und ihre Visionen. Moderiert wird das Gespräch von Anna Kröplin.

Ort: Huebhof (Gemüseabpackraum), Probsteistr. 26, 8056 Zürich

Mehr Information auf unserem Flyer.

Anlässlich des Internationalen Welternährungstags lädt Agroecology Works! am Freitag, 16. Oktober 2026, von 12.15 bis ca. 13.00 Uhr zu einer öffentlichen Spoken-Word-Performance mit Salomé Perret und Sera Jane auf dem Bahnhofplatz Bern ein. Zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft rückt die poetische Intervention die Stimmen und Erfahrungen von Frauen im Ernährungssystem ins Zentrum. Basierend auf persönlichen Geschichten und Statements von Frauen aus der Landwirtschaft in der Schweiz und weltweit greifen die Künstlerinnen Themen wie Ernährungsgerechtigkeit, Landwirtschaft und globale Verantwortung auf.

Ergänzende Text- und Bildinstallationen laden von 12.00 bis 16.00 Uhr auf dem Bahnhofsplatz zum Verweilen, Nachdenken und Austausch ein.

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an alle Interessierten. Sie bietet einen niederschwelligen Zugang zu den Themen Welternährung, Agrarökologie und der zentralen Rolle von Frauen im Ernährungssystem.

Die poetische Intervention und die Installationen auf dem Bahnhofplatz können kostenlos und ohne Anmeldung besucht werden.

Am Abend lädt Agroecology Works! ab 18.30 zu einem besonderen Abend im Kaiserhaus in Bern ein. Die Veranstaltung verbindet Essen, Information, Austausch und künstlerische Impulse und macht Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten im Ernährungssystem auf eindrückliche Weise erlebbar. Unter dem diesjährigen Motto «Vielfalt macht stark» eröffnet sie neue Perspektiven auf globale Ernährungssysteme, zeigt mögliche Lösungsansätze auf und rückt die zentrale Rolle der Frauen im Ernährungssystem in den Mittelpunkt.

Für die Abendveranstaltung ist eine kostenpflichtige Anmeldung erforderlich.

Weltacker Schweiz ist Kooperationspartner beider Veranstaltungen. Mehr Information auf unserem Flyer.

Was erzählen Archive über Bäuerinnen und Landfrauen? Eine Wissenschaftlerin und die Spoken Word-Künstlerin Sandra Künzi begeben sich ins Gosteli-Archiv, dem Archiv zur Geschichte schweizerischer Frauenbewegungen, und machen sich auf die Suche nach Spuren. Ausgehend vom Archivmaterial liefern die beiden dem Publikum einen unterhaltsamen Einblick in die Arbeit, das Wissen und in die Geschichten von Frauen in der Landwirtschaft.


Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Gosteli-Archiv und Weltacker Schweiz.

19. Oktober 2026, 18:00-20:00, Gosteli-Archiv, Altikofenstrasse 186, 3048 Worblaufen
Eintritt: 15.-
Anmeldung: .

Flyer Weltacker Schweiz: "Frauen in der Landwirtschaft"

Vergangene Veranstaltungen

An der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA), die 1928 in Bern stattfand, präsentierten sich auch Bäuerinnen und Landfrauen aus der ganzen Schweiz. Die Waadtländer Bäuerin Augusta Gillabert-Randin hat eigens für die SAFFA den Film «La paysanne au travail» produzieren lassen.
An der Veranstaltung im Gosteli-Archiv zeigen wir Ausschnitte aus diesem Film und beleuchten in einem vertiefenden Vortrag die Bedeutung der SAFFA 1928 sowie deren nachhaltigen Einfluss auf die Sichtbarkeit und Vernetzung von Bäuerinnen und Landfrauen bis in die Gegenwart.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Gosteli-Archiv und Weltacker Schweiz.

19. August 2026, 18:30-20:00, Gosteli-Archiv, Altikofenstrasse 186, 3048 Worblaufen.

Simona Isler eröffnet die Veranstaltung zur Saffa 1928 (Foto: Ladina Fessler, Gosteli-Archiv)



Welche Erfahrungen machen landwirtschaftlich tätige Frauen in der Schweiz? Was hat sich bereits verändert? Wie erreichen wir Gleichberechtigung in der Landwirtschaft?

Gemeinsam mit der OGG Bern und dem Förderverein Weltacker Bern lud Weltacker Schweiz am 30. Mai zu einer Veranstaltung auf die Rütti in Zollikofen ein. Die Referent:innen Ursina Töndury, landwirtschaftliche Mitarbeiterin des Radiesli-Hofs (solidarischen Landwirtschaft) und Gymnasiallehrerin, Christine Bühler, ehem. Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands, Grossrätin (Mitte) und Stiftungsrätin Gosteli-Archiv sowie Peter Moser, Historiker im Archiv für Agrargeschichte gaben spannende Einblicke in die historische, praktische und politische Dimension des Themas Frauen in der Landwirtschaft. Die anschliessende Podiumsdiskussion moderierte Johanna Herrigel, Programmverantwortliche Ernährungspolitik Schweiz, Stiftung Biovision.

Ursina Töndury, Christine Bühler, Peter Moser und Johanna Herrigel im Podiumsgespräch beim Weltacker Bern am 30. Mai 2026.
Ursina Töndury, Christine Bühler, Peter Moser und Johanna Herrigel im Podiumsgespräch.

Ausführlicher Beitrag über die Veranstaltung in unserem Blog.

Veranstaltungsflyer

In this online-event we highlight best pratices by female and queer farmers from three continents. Together we will discuss gender equality as a key for sustainable and just food systems worldwide and debate how everyone of us can contribute and take action.


Speakers:
Mercy Ambani, Seed Savers Network Kenya
Nancy Simba, Red de Mujeres Rurales Ecuador
Suse Brettin, PHD candidate Gender & Globalisation in agriculture, HU Berlin
Julia Bar-Tal, Farmer and food rights defender, Germany

Organised by Weltacker Berlin, Wuppertal and Eine-Welt-Forum Mannheim as part of Weltacker International’s Working group Agriculture & Gender. Thanks to our supporters: Patagonia, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Brot für die Welt, Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, FIAN.

„Geschlechtergerechtigkeit als Schlüssel für nachhaltige Ernährungssysteme“ Ausführlicher Bericht des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID über die Veranstaltung

Public Lecture and Panel Discussion, followed by a reception with drinks and light refreshments.

How do women drive the transition toward more sustainable farming?
What can India and Switzerland learn from each other?

We are exploring these questions with members of the Andhra Pradesh Community Managed Natural Farming (APCNF) project. By applying agroecological principles, smallholders in Andhra Pradesh (India) secure healthy food, stable incomes, and resilient community structures led by local women’s self-help groups.

Speakers:
Swati Renduchintala is leading the international cooperation at APCNF.
Arika Narasamma is a farmer scientist at the APCNF’s RySS academy.
Bobbili Jyothi is a farmer and student at RySS academy, offering field classes on her farm.
Sudhakar Yerrakonda is the thematic lead for learning and academics at RySS.

Panellists:
Johanna Herrigel is a programme manager at Biovision and a member of the AG FairFood Feministisch (WIDE).
Tamina Felder is a farmer in the canton of Bern and researcher at FiBL.

Moderation:
Tina Goethe (HEKS)

Flyer der Veranstaltung (pdf)

„Sie bauen Brücken – und brechen Grenzen: Was Frauen in Indien und der Schweiz für die Landwirtschaft bewegen“ Ausführlicher Bericht des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID über die Veranstaltung

Bildungsmodul

Passend zum „International Year of the Woman Farmer“ haben wir unser Bildungsangebot mit einem neuen, spezialisierten Bildungsmodul «Frauen in der Landwirtschaft» erweitert. Gemeinsam  gehen wir in diesem Modul Fragen nach wie: Welche Rolle spielen Frauen in der Landwirtschaft? Welche Herausforderungen bestehen bis heute? Weshalb ist Geschlechtergerechtigkeit für die Zukunft der Landwirtschaft wichtig? Dabei verbinden wir Fakten mit persönlichen Perspektiven und regen zum Nachdenken über eigene Vorstellungen und Erfahrungen an.

In der Weltacker-Schule (Zyklus 3, Gymnasien, Berufsschulen, Studierende) ist «Frauen in der Landwirtschaft» eines von mehreren Vertiefungsthemen. Erwachsenengruppen können ihre Weltacker-Tour auf Wunsch um einen rund 30-minütigen thematischen Impuls ergänzen. Das Modul ist für einen Besuch in Bern und Nuglar direkt buchbar (in Zürich und Attiswil auf Anfrage).

Wir danken der FAIRster Foundation, der Stiftung Amphora und der Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit für die Unterstützung unserer Aktivitäten zum Thema Frauen in der Landwirtschaft.