Kuhbohne, Vigna unguiculata

Fläche global: 15,3 Millionen Hektar
Fläche auf dem Weltacker: 19,3 m² (0,9%)
Herkunftsregion: Äthiopien
Hauptanbaugebiete: Niger, Nigeria, Burkina Faso
Verwendung / Hauptnutzen: Hülsen als Gemüse, Samen gekocht, Blattgemüse (junge Blätter), Tierfutter, Erosionsschutz
Die Kuhbohne, auch Augenbohne genannt, erinnert an ein Auge, da die Samen meist beige sind und einen dunkeln Fleck um den Nabel haben.
Bis zu 90 cm lange Bohnenhülsen
Die Kuhbohne ist eine einjährige Kultur und wächst sehr unterschiedlich. Es gibt rankende Sorten und Sorten, die krautig oder buschig wachsen. Manche Sorten können beides: Sie wachsen je nach Klima und Witterungsbedingungen entweder rankend oder buschig. Die weißen, gelben, roten, hellblauen oder violetten Blüten locken verschiedene Insekten an. Den Boden können die Pflanzen tief durchdringen. Schon acht Wochen nach der Aussaat kann die Pfahlwurzel über zwei Meter tief sein. Auch die Hülsen können recht lang werden – abhängig von der Sorte. Besonders lang werden die Hülsen der Unterart Spargelbohne, bei der die Hülsen bis zu 90 cm lang werden können. Genauso wie die Hülsen, variieren auch die Samen in Größe, Form und Farbe. So gibt es beige, grüne, rote, braune oder schwarze Bohnen. Bezeichnend für die Kuhbohne ist der Bereich rund um den Nabel, der meist eine andere Farbe hat als der Rest des Samens.
Wichtiger Bestandteil von Mischkulturen
Die Kuhbohne ist in Afrika beheimatet und wurde in Subsahara-Afrika bereits vor über 8500 Jahren domestiziert. Sie verbreitete sich bis 400 v. u Z. in warmen Gebieten in Europa und Asien. Durch die Kolonisation und den Sklavenhandel gelangte die Kuhbohne später auch nach Amerika. Heute ist sie in tropischen und warmen Gebieten auf jedem Kontinent zu finden, nur nicht in der Antarktis.
Die Kuhbohne ist eine hitzebeständige und trockenheitstolerante Kulturpflanze und wird aufgrund ihrer positiven Anbaueigenschaften, wie der Fähigkeit Stickstoff aus der Luft zu binden, auf vielfältige Weise in die Landwirtschaft eingebunden. Besonders Kleinbäuer*innen bauen die Kuhbohne in Mischkultur mit Mais, Sorghum oder Millethirse an und sichern so die Ernährung ihrer Familie. Fast 95 Prozent der globalen Produktion findet in West-Afrika statt.
Nutzung der ganzen Pflanze
Die Kuhbohne ist ein wichtiges Nahrungsmittel, besonders als Subsistenzkultur für Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. Und nicht nur die Samen, die frisch oder getrocknet verspeist werden, sind essbar. Auch die Blätter werden als Suppenkraut verwendet. Die unreifen Hülsen finden in Südostasien als Schotengemüse Verwendung. Das Laub wird außerdem als hochwertiges Futter an Tiere verfüttert.
Doch nicht nur als Nahrungs- und Futtermittel wird die Kuhbohne angepflanzt. Bestimmte Sorten werden auch für Erosionsschutz oder als Gründüngung angebaut. Die Kuhbohne ist mit 20 bis 30 Prozent Protein in den getrockneten Samen eine wichtige Proteinquelle. Und auch die Blätter enthalten ähnlich viel Protein, weshalb sie ein so gern gesehenes Futtermittel sind. Außerdem enthalten die Kuhbohnen weitere wichtige Mikronährstoffe, wie Folsäure, welches besonders in der Schwangerschaft wichtig ist.
Mit der Kuhbohne gegen den Klimawandel
Das Hauptanbaugebiet der Kuhbohne in Subsahara-Afrika überlappt sich mit Gebieten, für die mehr Ernährungsunsicherheit auf Grund des Klimawandels und damit einhergehender längerer Trockenheit und erhöhter Hitze vorhergesagt wird. Da die Kuhbohne trockenheits- und hitzetolerant ist, könnte sie in Zukunft eine wichtige Rolle für die lokale Ernährungssicherheit spielen.
Quellen
Herniter et al. (2020): Genetic, textual, and archeological evidence of the historical global spread of cowpea (Vigna unguiculata [L.] Walp.). Link.
Uni Gießen: Kuhbohne, Augenbohne (Vigna unguiculata [L.] Walp. ssp. unguiculata [= V. sinensis [L.] Walp.]). Link.