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Kichererbse

Die Kichererbse (Cicer arietinum L.) gehört zu der Familie der Schmetterlingsblütler bzw. Hülsenfrüchtler. Die blaugrüne bis graugrüne einjährige Pflanze kann bis zu einen Meter hoch werden und wird von 10 bis 12 cm großen, weiß, rosa oder violett gefärbten Blüten verziert. In den aufgeblasenen Hülsen der Pflanze befinden sich ein bis zwei haselnussgroße, unregelmäßig geformte Samen.

In Europa sind in erster Linie die größeren, beigefarbenen Kichererbsensamen bekannt, wobei die Vielfalt der Kichererbse manchmal in Vergessenheit gerät. Die runzeligen Samen variieren nicht nur in Größe, sondern auch in Farbenpracht. Neben beigen, roten, hell- und dunkelbraunen Samen, gibt es auch Kichererbsen, die ganz schwarz sind.

Geschichte der Kichererbse

Kichererbsen sind schon lange ein beliebtes Nahrungsmittel. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass sie schon vor über 8.000 Jahren in Kleinasien kultiviert wurden. Von dort verbreitete sich die Hülsenfrucht in den Vorderen Orient, nach Indien und in den Mittelmeerraum. Ihr Siegeszug machte auch in Mitteleuropa keinen Halt. Hier erfreute sie sich im Mittelalter nicht nur als Nahrungsmittel an Beliebtheit, sondern auch als Heilpflanze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die schwarzsamige Kichererbse in Deutschland geröstet und gemahlen als Kaffeeersatz verwendet. Bis auf diese letzten Pflanzen, die vereinzelt in den Weinbergen im Süden des Landes angebaut wurden, war der Anbau der Kichererbse schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland gänzlich verschwunden. Auch in anderen Teilen Europas zeigt der Anbau der Kichererbse bis heute eine rückläufige Tendenz.
Heute ist das mit Abstand größte Anbaugebiet für Kichererbsen Indien. Aber auch in Australien, Myanmar, Äthiopien und in der Türkei wird die Hülsenfrucht noch in größeren Mengen angebaut.

Das Hauptanbaugebiet der Kichererbse ist Asien. In Europa ist der Anbau seit Beginn des letzten Jahrhunderts rückläufig.

Anbau

Kichererbsen werden nach den Eisheiligen im Mai gesät. Die Ernte erfolgt Ende August bis September. Die frostempfindliche Hülsenfrucht gedeiht besonders gut in ariden Klimagebieten, bevorzugt auf trockenen und nährstoffarmen Böden. Ihre Dürreresistenz und ihre geringen Bodenansprüche machen die Kichererbse speziell in den südlichen Breiten zu einer sehr wertvollen Kulturpflanze, denn sie wächst, wo andere Pflanzen oftmals versagen. 

Kichererbse; Pixabay

Da Kichererbsen zur Familie der Leguminosen gehören, tragen sie entscheidend zur Bodenfruchtbarkeit bei. In Symbiose mit Knöllchenbakterien, die sich an den Wurzeln der Pflanze anreichern, wird Stickstoff (N) aus der Luft fixiert. Der Stickstoff wird für die Pflanze verfügbar gemacht und gleichzeitig an den Boden abgegeben. Da der Boden auf diese Weise natürlich mit genügend Stickstoff versorgt wird, wird die Kichererbse in der (biologischen) Landwirtschaft gerne als Gründünger verwendet. 

Verwendung

Kichererbsen sind kein klassisches Fastfood, denn sie sollten vor dem Kochen mindestens zwölf Stunden lang eingeweicht werden. Trotz dessen müssen sie, je nach Größe und Verwendung, nach dem Einweichen noch bis zu zwei Stunden im Topf garen. Wer nicht so viel Zeit zum Planen und Kochen zur Verfügung hat, der kann es sich einfach machen: mittlerweile sind die Hülsenfrüchte in fast jedem Einzelhandel vorgekocht in Dosen und Gläsern erhältlich.
Ihr nussiger Geschmack macht die Kichererbse zu einer beliebten Zutat in vielen traditionellen Gerichten. Ob für Eintöpfe, Teigwaren, Salate oder Suppen, dank ihrer Textur lässt sie sich sehr vielfältig verwenden.

Kichererbsensalat; Pixabay

Couscous mit Kichererbsen; Pixabay

Kichererbsenmehl dient als Basis für Brot, Pizzateig, Pfannkuchen und süße Backwaren und ist besonders in der italienischen und indischen Küche sehr beliebt. Auch aus der orientalischen Küche ist die Kichererbse nicht wegzudenken. Traditionelle Gerichte wie Hummus (eine Paste aus pürierten Kichererbsen) und Falafel (frittierte Kichererbsenbällchen) haben in den vergangenen Jahren auch in Europa zunehmend Bekanntheit erlangt.

Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes und der Zusammensetzung wertvoller Mikronährstoffe ist die Kichererbse besonders in der fleischarmen und vegetarischen Küche gefragt. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Blätter der Pflanze einen bemerkenswerten Nährstoffgehalt vorweisen. In vielen ihrer Anbaugebiete, wo Mangelernährung oftmals noch immer zum Alltag gehört, werden die jungen Blätter als frisches Gemüse zubereitet und dienen als Lieferanten essentieller Mikronährstoffe.

Neben der Verwendung in der Küche dienen Kichererbsen auch als Energie- und Eiweißquelle in der Tierfütterung. Im Vergleich zu Sojabohnen können die rohen Hülsenfrüchte von Nichtwiederkäuern besser verdaut werden und haben ein höheren Nährwertgehalt. 

Text von Lotta de Carlo

Falafel; Pixabay

Hummus; Pixabay

 

WEITERE INFOS ZUR KICHERERBSE:

Galileo-Sendung „Powerkugel Kichererbse“ 

Powerkugeln Kichererbsen | Galileo | ProSieben

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