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Erbsen

Erbsen Weltacker

Erbsen (pixabay)

Erbsen (Lat.: Pisum sativum) sind ein beliebtes ‚Gemüse‘ – und das schon seit 8000 Jahren! Sowohl frisch als auch getrocknet ist die eiweißreiche Hülsenfrucht ein Grundnahrungsmittel und Tierfutter. Während grüne Erbsen unreif, frisch und ohne Hülse geerntet werden, reifen Trockenhülsen in ihren Hülsen aus, bevor sie geerntet und anschließend getrocknet werden. Sie werden hauptsächlich an Tiere in Form von Schrot, Mehl, Kleie und Stroh verfüttert.

Schon immer heiß begehrt

Die ersten Funde von Pisum aus dem frühen Neolithikum – um 6750 v.Chr. – stammen aus dem vorderen Irak, und auch in den ältesten steinzeitlichen Ackerbaukulturfunden um 4800 v. Chr. kommt die Erbse zusammen mit Linsen, Einkorn, Emmer, Nacktgerste und anderen Nutzpflanzen vor. In der Bronzezeit verbreitete sich die Erbse über ganz Europa, und auch die Korngröße nahm stark zu: von 2,5 mm auf etwa 6,1 mm. Die Römer aßen die frische Erbse gerne als Muss und aus den Aufzeichnungen Karls des Großen geht hervor, dass im Mitteleuropa Erbsen, neben Ackerbohnen, in Gärten und auf dem Feld in größerem Umfang kultiviert wurden.

Im 16. Jahrhundert waren Erbsen das am meiste gegessene ,,Gemüse”. So ist überliefert: “In Teutschland ist kaum ein bräuchlicher Speiß als Erwessen, nützlich reichen und armen Leut. Denn sie settigen, speisen und nehren wol.” Dabei war bekannt, dass die Schalen Blähungen und andere Leiden verursachen. Ein alter Spruch der Mönche lautet daher:

“Die Erbsen mit den Schalen machen dem Darme Qualen;

wenn man sie schälen tut, so sind sie ziemlich gut”.

Anbau heute – vielseitig aber empfindlich

Dank ihrer Vielseitigkeit ist die Erbse bei besseren Böden und genügend Feuchtigkeit bin hinauf zu 67° nördlicher Breite und in den Alpen bis zu 2000 m über NN zu finden. Weltweit werden etwa 10,5 Millionen Tonnen getrocknete und 7 Millionen Tonnen grüne Erbsen angebaut. Die Hauptanbauländer sind bei grünen Erbsen China, Indien und die USA, bei trockenen Kanada, Russland und China. Ein normaler Wachstumszyklus beträgt zwischen 65 und 100 Tagen für grüne Erbsen, getrocknete brauchen etwa 20 Tage extra.

Am besten wächst die Erbse zwischen 10°C und 20°C. Die Pflanzen sind sehr frostempfindlich, daher haben grüne Erbsen von Juni bis September eine kurze Saison. Sie ist einjährig bis winterannuell, also einjährig überwinternd. Das bedeutet, dass sie im Herbst keimen und in der darauffolgenden Vegetationsperiode blühen und fruchten kann. Für nördliche Anbaubedingungen reicht die jetzige Frosthärte aber nicht aus. Als Schutz gegen Wurzelfäule sind gute Entwässerung und eine Fruchtrotation notwendig. Beliebte Rotationsfrüchte sind Alfalfa, Kartoffel und Zuckerrübe.

Nährwerte und Verwendung

Erbsen Weltacker

Auch getrocknet sehr nährhaft: Erbsen (pixabay)

Grüne Erbsen sind noch nicht ausgereift und daher süß und zart. Sie erhalten etwa 5% Eiweiß und etwa 10% Kohlenhydrate. Trockene Erbsen sind als Hülsenfrüchte getrocknet und bestehen zu etwa 20% aus Eiweiß und zu 50 % aus Kohlenhydraten. Frische Erbsen sind leichter verdaulich, saftiger und kalorienärmer. Da Erbsen in den Schoten heranreifen, sind sie äußerst nitratarm und auch selten von Luftschadstoffen wie etwa Blei belastet. Die in den Erbsen enthaltene Salicylsäure kann bei empfindlichen Menschen Hautausschläge verursachen. Für Menschen mit einer Veranlagung zu Gicht ist der recht hohe Puringehalt von 85 Milligramm pro 100 Gramm zu beachten.

Der größte Teil der Trockenerbsen geht allerdings in die Tiernahrung. Es werden sowohl Erbsenschrot, Abfälle aus der Nährmittelherstellung in Form von Erbsenfutter und Schalen als Erbsenkleie verfüttert. Geflügel bekommt ganze Samen, allerdings kann ein Übermaß an Erbsen Krankheitserscheinungen an Tieren, vor allem an Pferden verursachen. Zudem werden Erbsen als Leguminose zur Gründüngung von Äckern und der Gewinnung von Grünfutter eingesetzt.

Tiefkühle oder Dose?

Erbsen Weltacker

Tiefgekühlte Erbsen gewinnen gegenüber den Dosenerbsen (pixabay)

Frische Erbsen sind lecker und gesund, haben jedoch eine kurze Saison und verderben schnell. Sie sind prädestiniert für die Konservierung, da bereits beim Transport in den Supermarkt viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. Beliebt sind Tiefkühl- und Dosenerbsen. In Konserven stecken oft Palerbsen, im Tiefkühlfach dagegen die süßeren Markerbsen. Dosenerbsen werden vor dem Abfüllen gekocht, wodurch der Gehalt vor allem an hitzeempfindlichen Inhaltsstoffen wie Vitamin C oder Folsäure sinkt.

Zudem wird ihnen oft Zucker und viel Salz zugesetzt. Während die empfohlene tägliche Salzmenge für einen Erwachsenen bei etwa 6 g liegt, sind in einer Dose Erbsen von Aldi schon zwei Gramm enthalten. Tiefkühlerbsen werden nach der Ernte kurz blanchiert und danach schockgefrostet. Das ist vitaminschonend, doch kocht man sie zu lange, etwa in einem Eintopfgericht, sind sie Dosenerbsen nicht überlegen. Im Fazit lässt sich aber feststellen, dass Tiefkühlerbsen gesünder sind. Durch das Schockfrosten bleiben viele Nährstoffe erhalten und ihnen ist kein Salz, Zucker oder Aroma zugesetzt.

Weitere Informationen:

Quellen:

kew, FAO, eatsmarter, Uni-Giessen, NDR-Ratgeber, FAO: Erbse 

Verfasst von Magdalena Mirwald