2026 UNO Year of the Woman Farmer

Frauen sind von zentraler Bedeutung für das gesamte Agrar- und Ernährungssystem. Ihre Arbeit wird aber oft zu wenig wertgeschätzt und sie sind wirtschaftlich schlechter gestellt als Männer in der gleichen Position. Um die Wichtigkeit der Frauen in der Landwirtschaft in den Fokus zu rücken, haben die Vereinten Nationen 2026 zum «Year of the Woman Farmer» erklärt. Das Jahr soll das Bewusstsein schärfen und Massnahmen fördern, um geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu beseitigen und die Lebensgrundlagen von Frauen weltweit zu verbessern.

Logo International Year of the Woman Farmer

Frauen in der Schweizer Landwirtschaft

Frauen sind in der Schweizer Landwirtschaft unverzichtbar. Gemäss Bundesamt für Statistik waren im Jahr 2024 37 Prozent aller Beschäftigten in der Landwirtschaft weiblich: Das sind 54 151 Frauen, die als Landwirtinnen, Bäuerinnen, Angestellte, Lernende, Erntehelferinnen oder Fachpersonen unsere Landwirtschaft auf vielfältige Weise mitprägen. Dazu kommen zahlreiche weitere Frauen, die in den Statistiken zwar nicht erfasst sind, aber trotzdem als Mütter, Schwestern, Partnerinnen oder sonstige Helferinnen die Betriebe tatkräftig unterstützen.

Bäuerinnen am zahlreichsten

Die Bäuerinnen sind in der Schweizer Landwirtschaft am zahlreichsten. Sie sind in der Regel mit dem Betriebsleiter verheiratet und sind vielfach die Drehscheiben des Familienbetriebes. Sie übernehmen Verantwortung in der Produktion und Produkteverarbeitung, leiten die Direktvermarktung oder betreuen ein touristisches Angebot auf dem Hof. Auch Buchhaltung und Finanzen fallen in vielen Betrieben den Bäuerinnen zu, daneben leiten sie den Haushalt, verpflegen die Mitarbeiter:innen und übernehmen die Betreuung der (Schwieger-)Eltern. Die Hälfte der Bäuerinnen geht zudem einer Arbeit ausserhalb des Betriebes nach. Ihre Arbeit auf dem Hof ist in vielen Fällen nicht entlohnt. Die Wichtigkeit um ihre soziale Absicherung rückt aber zunehmend ins Bewusstsein. Die Bäuerinnen sind im Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) vernetzt. Die Ausbildung Bäuerliche:r Haushaltsleiter:in EF schlossen 2024 266 Frauen und ein Mann ab.

7,7 Prozent Betriebsleiterinnen

Ein Blick in die Berufsgruppe der Landwirt:innen zeichnet ein anderes Bild: Nur 7,7 Prozent der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe werden gemäss neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik von einer Frau geleitet. Bei den Abgängerinnen der EFZ Lehre als Landwirt:in ist die Zahl etwas höher: Rund 21 Prozent der frisch ausgebildeten Landwirt:innen sind weiblich. Beide Zahlen sind in den letzten Jahren angestiegen. Frauen führen im Schnitt kleinere Betriebe als ihre männlichen Kollegen. Auf Bio-Betrieben ist der Frauenanteil im Durchschnitt etwas höher als bei konventionellen Betrieben.

Initiativen für mehr Sichtbarkeit

Landwirtinnen waren bis jetzt untereinander wenig vernetzt und haben noch keine Lobby. Eine Pionierrolle nimmt das Projekt Frauen in der Landwirtschaft von Vision Landwirtschaft und der Berner Fachhochschule ein. Es läuft von 2023-2027 und generiert neues Forschungswissen zum ökonomischen Beitrag von Frauen auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb und ihrem Status auf dem Hof, in Politik und Gesellschaft. Zudem will das Projekt die in der Landwirtschaft tätigen Frauen sichtbar machen, vernetzen und stärken. 

Auf dem Ballenberg findet 2026 anlässlich des UNO “Year of the Woman Farmer” eine Sonderausstellung zum Thema “Frauen in der Landwirtschaft: gestern – heute – morgen” statt. Im Bauernhaus von Ostermundigen geben authentische Portraits von Landwirtinnen und Bäuerinnen Einblicke ihre Arbeit und ihren Alltag.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID hat auf seiner Webseite ein vielfältiges Themendossier über Frauen in der Landwirtschaft angelegt und in der Westschweiz lässt das Projekt Polyphonies paysannes ganz verschiedene Frauen aus der Landwirtschaft zu Wort kommen. 

Ausstellung
Frauen in der Landwirtschaft:
gestern – heute – morgen

Frauen im weltweiten Agrar- und Ernährungssystem

41 Prozent der Arbeitskräfte

Im Jahr 2021 waren 41 Prozent aller weltweiten Arbeitskräfte im Agrar- und Ernährungssektor Frauen. Dieser Sektor ist besonders in nicht industrialisierten Ländern eine wichtige Einkommensquelle für Frauen. Ihr Beitrag umfasst aber weit mehr, als in Statistiken erfasst wird: Frauen arbeiten vielfach ohne offizielle Anstellung, sind Selbstversorgerinnen, Familienarbeitskräfte oder Gelegenheitsarbeiterinnen. Der tatsächliche Umfang des Beitrags von Frauen zur Ernährung der eigenen Familie, der eigenen Gemeinschaft und schlussendlich zur Ernährung der Welt bleibt häufig unsichtbar und wird gesellschaftlich, politisch wie auch wirtschaftlich zu wenig anerkannt. Schätzungen gehen davon aus, dass Frauen mehr als die Hälfte der weltweit angebauten Lebensmittel produzieren.

Wichtige Existenzgrundlage an vielen Orten im Globalen Süden

In vielen Ländern des Globalen Südens ist die Landwirtschaft eine wichtigere Existenzgrundlage für Frauen als für Männer. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind 66 Prozent der arbeitenden Frauen im Agrar- und Ernährungssektor beschäftigt, im Gegensatz zu 60 Prozent der Männer. In Südasien sind es sogar 71 Prozent der arbeitenden Frauen und nur 47 Prozent der Männer. In diesen Regionen tragen Frauen auf dem Land oft die Hauptverantwortung für die Versorgung ihrer Familie und Gemeinschaften. Frauen vermehren Saatgut und bestellen Felder, bewässern, jäten und ernten, versorgen Tiere, melken und verkaufen ihre Produkte auf lokalen Märkten. Sie stellen den grössten Teil kleinbäuerlicher Subsistenzarbeit sowie der körperlich intensiven Arbeit auf den Äckern.

Care-Arbeit, die Last der Frauen

Überall auf der Welt führen traditionelle Geschlechterrollen zu einer Mehrfachbelastung von weiblich gelesenen Personen. Neben der landwirtschaftlichen Produktion tragen viele Frauen gleichzeitig die Verantwortung für Hausarbeit und Care-Arbeit. Sie ziehen Kinder gross, führen den Haushalt, kochen, holen Wasser und Brennholz und kümmern sich um kranke oder betagte Angehörige. Im weltweiten Durchschnitt verbringen Frauen 4,2 Stunden pro Tag mit unbezahlter Haus- und Pflegearbeit, Männer hingegen nur 1,9 Stunden. In ländlichen Gebieten sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede aufgrund der langen Wege in der Regel grösser als in städtischen Gebieten.In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind die Unterschiede besonders hoch. Dies hat zu einem grossen Teil damit zu tun, dass 80 Prozent der Menschen, die keinen Zugang zu verbessertem Trinkwasser haben, in ländlichen, von der Landwirtschaft geprägten Gebieten wohnen. An den meisten Orten sind die Geschlechternormen so, dass die beschwerliche Arbeit des Wasserholens für Haushalt und Vieh Frauen oder Mädchen zufällt. Sie müssen zu Fuss oft lange Wege zurücklegen, um zu den Wasserquellen zu kommen. Dabei sind sie nicht selten der Gefahr von sexuellen Übergriffen ausgesetzt. All diese unbezahlten Arbeiten in Haushalt und Pflege erschweren neben der physischen und psychischen Belastung, dass Frauen in ländlichen Gebieten einer externen Lohnarbeit nachgehen können, eigenes Geld verdienen und so wirtschaftlich eigenständig werden.

Frauen haben weltweit schlechteren Zugang zu Land, Kapital, Betriebsmitteln und Bildung

15 Prozent der Landwirtschaftsland-Besitzer:innen sind weiblich

Das traditionelle Erbrecht bevorzugt in vielen Ländern Männer. Frauen stellen zwar rund 41 Prozent der Arbeitskraft im weltweiten Agrar- und Ernährungssystem, von den weltweiten Landwirtschaftsland-Besitzer:innen sind allerdings nur rund 15 Prozent Frauen. Dies führt dazu, dass Frauen oft wenig Mitsprachemöglichkeiten haben, was auf dem (mit)bewirtschafteten Acker angebaut wird, wie die Ernte verwertet oder verkauft wird und was mit den eventuellen Einnahmen geschieht. Führen Frauen alleine einen Betrieb, so bewirtschaften sie im Durchschnitt kleinere Flächen als Männer. In vielen Ländern bleiben Frauen die weiter vom Dorf entfernten, weniger fruchtbaren Böden. Weil Frauen weniger oft formelle Landtitel besitzen, sind sie auch besonders gefährdet, bei Landgrabbing durch multinationale Konzerne ihr Land zu verlieren.

24 Prozent Gender-Gap in der Landproduktivität

Die FAO rechnet, dass selbst bei Betrieben gleicher Grösse der geschlechtsspezifische Unterschied in der Landproduktivität aufgrund struktureller Ungleichheiten 24 Prozent beträgt. Denn nicht nur beim Landbesitz sind Frauen und non-binäre Personen strukturell benachteiligt. Sie haben auch weniger Kapital und kommen schwerer an Kredite als Männer. Daraus ergeben sich viele weitere Hindernisse für die Landwirtschaft: Frauen haben seltener Zugang zu Bewässerungssystemen und sind daher bei der Bewirtschaftung oft auf aufwendige Handarbeit angewiesen.. Ihnen fehlen Maschinen, die die körperlich anstrengende Feldarbeit erleichtern würden, vieles bleibt Handarbeit. Frauen vermehren zwar selber Saatgut und haben sich dazu vielfach über Generationen ein breites Wissen angeeignet. Nicht selten ist es für sie aber schwierig, an neu gezüchtetes Saatgut zu kommen, welches z.B. in Zeiten des Klimawandels stabile Erträge liefert. Auch landwirtschaftliche Beratung wird seltener von Frauen in Anspruch genommen, denn sie ist primär auf männliche Bedürfnisse ausgerichtet und meistens sind auch die Berater männlich. Bedingt durch patriarchale Normen, mangelnde Bildungschancen und traditionelle Rollenbilder sind Frauen weltweit in ländlichen Räten und Entscheidungsgremien massiv unterrepräsentiert.

78 Cent für jeden Dollar, den Männer verdienen

Frauen, die in ländlichen Gebieten im Agrar- und Ernährungssystem einer Lohnarbeit nachgehen, sind überproportional häufig mit prekären Arbeitsverhältnissen, schlechten Arbeitsbedingungen und eingeschränkten Rechten konfrontiert. Gemäss FAO verdienen Frauen, die in Lohnarbeit in Agrar- und Ernährungssystemen tätig sind, nur 78 Cent für jeden Dollar, den Männer verdienen.
Als Selbstständige bauen Frauen seltener als Männer profitable “Cash-Crops” oder andere Exportgüter an, da ihnen oft der notwendige Zugang zu Land, Wasser und landwirtschaftlichem Wissen fehlt und gesellschaftliche Normen Frauen nicht als unabhängige Unternehmerinnen vorsehen. Trotzdem arbeiten viele Frauen als (unbezahlte) Familienarbeitskräfte in genau diesen Wertschöpfungsketten mit, wie etwa Fallstudien für den Kakao und Kaffeeanbau in Ghana und Papua Neuguinea zeigen. In weniger lukrativen Wertschöpfungsketten, wie etwa der Produktion von Früchten, Gemüse oder anderen Lebensmitteln für lokale Märkte, sind Frauen überrepräsentiert. Sie züchten weltweit gesehen mehr Geflügel oder Kleintiere, während die kapitalintensive Rinderzucht in Männerhand ist. Auch der profitable Transport und Grosshandel vieler Wertschöpfungsketten ist in Männerhand, weil es hier ebenfalls Kapital braucht, um in das Geschäft einzusteigen. Zudem sind Mobilität und Kontakt mit Fremden in vielen Kulturen für Frauen nicht vorgesehen. Anders sieht es aus, wenn saisonal geduldige Handarbeit zu tiefen Löhnen gefragt ist: Hier sind überproportional häufig Frauen am Werk. Die Baumwollernte, das Teepflücken oder die Verarbeitung der Cashewnuss sind Beispiele dafür.

Krisen treffen Frauen stärker

Ganz grundsätzlich sind Frauen und Mädchen in Krisen stärker gefährdet als Männer. Sie sind von Naturkatastrophen und Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen stärker betroffen. Sie haben zum einen weniger Kapital, mit dem sie der Krise begegnen können und leiden deshalb auch schneller Hunger als Männer. Zudem haben Frauen in akuten Krisen schlechteren Zugang zu Warnsystemen und Schutzräumen und Mobilität ist für Frauen in vielen Kulturen nicht vorgesehen. Ihre Arbeitsbelastung nimmt in Notsituationen überproportional zu, weil sie zusätzlich Wasser holen und Familien versorgen müssen, während Männer oft andere Rollen übernehmen. In Konflikten oder Krisen steigt das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt, da Frauen abhängiger sind, isolierter leben und als erste Lebensmittel rationieren müssen. Ein eindrückliches Beispiel für die strukturellen Ungleichheiten und die prekären Arbeitsbedingungen von Frauen im Agrar- und Ernährungssystem ist die Covid-Pandemie: Im ersten Jahr von COVID-19 verloren gemäss FAO 22 Prozent der Frauen ihren Arbeitsplatz in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, verglichen mit nur 2 Prozent der Männer.

Intersektionelle Diskriminierung

Die FAO-Datenbank stellt bisher nur wenige geschlechtsspezifische Daten bereit, die zudem ausschliesslich auf binären Kategorien (Frau/Mann) basieren. Auf unserer Website versuchen wir, strukturelle Benachteiligungen der weltweiten statistischen Gruppe “Frauen” sichtbar zu machen. Die Lebenswelten all dieser Frauen sind aber sehr unterschiedlich. Die strukturelle Benachteiligung aufgrund des Geschlechts wirken oft mit anderen Diskriminierungsformen z.B. aufgrund von Herkunft, Klasse, Sexualität, Alter, Beeinträchtigung etc. zusammen und verstärken sich gegenseitig. Dies nennt man intersektionelle Diskriminierung.

Gleicher Zugang zu Ressourcen und Rechten ermöglicht selbstbestimmtes Wirtschaften

Der Zugang zu Land ist für Bäuer:innen in ländlichen Gebieten oft der wichtigste Vermögenswert, um ihre eigene Existenz zu sichern und für die Ernährung ihrer Familie zu sorgen. Beispiele zeigen, dass sichere Landbesitzverhältnisse eng mit höheren Investitionen und Produktivität in der Landwirtschaft zusammenhängen – und damit einem besseren Einkommen und einem grösseren wirtschaftlichen Wohlergehen. Gesicherte Landrechte für Frauen gehen oft mit besseren Lebensbedingungen für sie und ihre Familien einher, einschliesslich höherem Mitspracherecht im Haushalt und in lokalen Gemeinschaften, besserer Ernährung für die Kinder und weniger sexualisierter Gewalt.

Schulbildung als wichtiger Faktor

Ein zentraler Aspekt für die Überwindung von Gender-Ungleichheiten ist die Schulbildung. Bildung empowert Frauen, ihre Rechte wahrzunehmen und Gelegenheiten beim Schopf zu packen, wenn sie sich bieten. In Ländern mit höheren Bildungsraten bei Frauen und Mädchen, besitzen Frauen auch häufiger landwirtschaftliches Land. Doch während bei der elementaren Schulbildung in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt wurden, zeigte sich in einer Studie mit Stichproben aus 20 Ländern, dass weniger als 1 Prozent der armen Frauen in ländlichen Gebieten die Sekundarstufe II abschliessen konnte.

Flächendeckende Daten fehlen

Obwohl in den letzten Jahrzehnten vermehrt Anstrengungen unternommen wurden, sind zuverlässige, nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten zum Thema Landbesitz sowie Landwirtschaft und Gender im Allgemeinen nach wie vor nicht flächendeckend vorhanden. In allen Weltregionen gibt es bei den vorhandenen Daten grosse Unterschiede zwischen den Ländern. Vorbildlich ist die Datenlage in Malawi, Tansania und Ecuador, wo es auch einen hohen Anteil an Frauen bei den Landbesitzer:innen gibt. Bei uns in der Schweiz werden solche Zahlen noch nicht erhoben.

Von Geschlechtergerechtigkeit profitieren wir alle

Erhalten Frauen die Chance, selbstbestimmt zu wirtschaften, ergreifen sie sie meist entschlossener und zielstrebiger als Männer. Ihre landwirtschaftlichen Entscheidungen sind oft ressourcenschonender und langfristiger, weil sie eng mit der Versorgung ihrer Familie und Gemeinschaften verknüpft sind. Nachhaltigkeit ist somit für viele Frauen eine existenzielle Notwendigkeit. Wo sie zudem Möglichkeiten der Selbstorganisation und Zugang zu gesellschaftlichen Entscheidungen erlangen, profitiert die gesamte Gemeinschaft. Die erwirtschafteten Gewinne stärken die Ernährungssysteme und tragen zum Wohlstand ganzer Gemeinschaften bei.

45 Millionen weniger hungernde Menschen alleine durch Geschlechtergerechtigkeit in der Landwirtschaft

Laut FAO gäbe es, konservativ geschätzt, 45 Millionen weniger hungernde Menschen, wenn Frauen in der Landwirtschaft genauso viel verdienen und ernten würden wie Männer (Schliessung des Gender Gaps). Wenn man Frauen auf dem Land gezielt fördert, könnten 58 Millionen Menschen mehr verdienen und 235 Millionen Menschen Krisen besser trotzen – doch dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt.

Mehr Forschung und mehr Gelder zur Förderung von Frauen

Damit Geschlechtergerechtigkeit in der Landwirtschaft erreicht werden kann, ist noch vieles zu tun: Das Thema muss mehr Platz in der öffentlichen Agenda finden und Gelder für mehr Forschung und spezifische Projekte zur Förderung von Frauen müssen gesprochen werden.. Zudem brauchen wir mehr weibliche Mitsprache und Sichtbarkeit in Interessensvertretungen, landwirtschaftlicher Beratung und Ausbildung sowie öffentlichen Ämtern auf allen Ebenen – auch in der Schweiz.

Neue Rollenbilder sind gefragt

Daneben sind auch neue Rollenbilder gefragt: Männer, die Verantwortung in der Kinderbetreuung übernehmen, kochen und sich um kranke Angehörige kümmern. Queere Menschen, die in der Landwirtschaft Fuss fassen und sichtbar sind. Frauen, die als Betriebsleiterinnen Höfe führen oder sich als Bäuerinnen ihre Altersvorsorge sichern und Mitsprache einfordern. Das Weiterentwickeln gängiger Rollenbilder eröffnet allen Menschen neue Möglichkeiten und gibt Kindern Vorbilder, in deren Fussstapfen sie später treten können.

Quellen