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Wassermelone

Wassermelonen (Foto: Pixabay)

Die Wassermelone hat es in sich – im wahrsten Sinne des Wortes! Neben dem hohen Wassergehalt von bis zu 95 % enthält ihre Frucht viel Vitamin A und C, Kalium und Beta-Carotin sowie nur 35 Kalorien pro 100 Gramm. Damit eignet sie sich perfekt als gesunder, erfrischender Snack für zwischendurch.

Mehr als nur Wasser!

Die Wassermelone stammt ursprünglich aus den tropischen Gebieten Zentralafrikas. Dort kam sie als wildwachsende Tsamma-Melone vor und wurde aufgrund ihrer vielen Kerne zur Mehl- und Ölherstellung genutzt. Auch heute ist sie noch in Afrika und weiteren heiß-trockenen Gebieten der Welt vorkommend, jedoch ist ihr Fruchtfleisch so bitter, dass es nicht verzehrt wird. Erst die Züchtungen mit süßem Fruchtfleisch kamen in Europa und der Welt auf die Teller. Heutzutage werden Wassermelonen in den tropischen und subtropischen Gebieten der Erde angebaut. Europa bezieht sie in den Sommermonaten meist aus Spanien, Italien, Ungarn, der Türkei und Israel. In den Wintermonaten werden Melonen aus China, Brasilien, Iran und den USA eingeführt.

Wassermelonenwürfel (Foto: Pixabay)

Die Wassermelone (Citrullus lanatus) gehört zur Gruppe der Kürbisgewächse und ist eine bis zu 10 Meter lange einjährige, krautige Pflanze, die verzweigte Ranken besitzt, die entweder bodennah wachsen oder an anderen Pflanzen „in die Höhe klettern“. Die Früchte der kultivierten Wassermelone werden üblicherweise bis zu 20 kg schwer. Die Früchte der Sorte „Sugar Baby“ wiegen dagegen nur etwa ein Kilo und werden „kühlschrankgerecht“ gezüchtet, sie passt also bequem in jeden Kühlschrank. Weitere Züchtungen sind unter anderem kernlos oder haben helles, gelbes Fruchtfleisch. Die Pflanzen sind relativ trockenresistent und wachsen am besten auf fruchtbarem, sandigem Boden an heißen, sonnigen und trockenen Standorten. In den Gebieten, in denen die Wassermelone angebaut wird, kann sie auch verwildern. Dies ist vor allem in Madagaskar und Australien der Fall. In Teilen West-Australiens gilt sie sogar als Plage.

Exotische Früchte fördern CO₂-Emissionen

Exotische Früchte, wie Bananen, Ananas, Mangos und Wassermelonen sind hierzulande sehr beliebt. Ob als Zutat im Fruchtsalat oder im alltäglichen Smoothie – sie stellen eine willkommene Abwechslung zu unseren heimischen Obstsorten dar. Aber wie nachhaltig ist der Konsum der Exoten?

geschnittene Wassermelone (Foto: Pixabay)

Vor allem der Transport vom Acker bis zum Supermarkt lässt an der Nachhaltigkeit der tropischen Früchte zweifeln. Die Waren aus den meist tropischen und subtropischen Gebieten der Erde werden hauptsächlich per Schiff oder Transportflugzeug zu uns geliefert, je nach Reifeverhalten und Verderblichkeit der Frucht. Dabei werden erhebliche Mengen CO₂ freigesetzt. Beim Schifftransport weitaus weniger als beim Transport durch die Luft, jedoch ist das Schiff trotzdem das umweltschädlichere Transportmittel, da die Schiffe in der Regel mit Schweröl betrieben werden und dieses einen hohen Anteil an Schwefel und toxischen Metalloxiden besitzt. Schwefel und Metalloxide belasten Gewässer, Böden und sorgen zudem für sauren Regen.

Melonenpflanze (Foto: Pixabay)

Wie auch bei anderen Produkten ist der Anbau von Wassermelonen und exotischen Früchten allgemein von der Problematik der Monokulturen betroffen. Die Früchte werden dabei meist beim Anbau mit großen Mengen an Pestiziden und Insektiziden behandelt. Diese gelangen dadurch jedoch ins örtliche Grundwasser und damit ins Trinkwasser der Bevölkerung. Auch die Plantagenarbeiter selbst setzen sich den giftigen Chemikalien aus, da für sie meist keine Schutzkleidung zur Verfügung steht. Während des Transports auf dem Schiff werden die Früchte außerdem mit Fungiziden behandelt, damit sie nicht verderben.

Die Menschen auf einer Plantage arbeiten für niedrigste Löhne trotz härtester Arbeitsbedingungen, da der Marktpreis der Früchte den Takt angibt und auch die Plantagenbesitzer den Preis dementsprechend senken müssen. In einigen Ländern Mittelamerikas wie etwa Mexiko, Honduras und Panama ist es üblich Kinder bei der Arbeit mit den Wassermelonen auf der Plantage einzusetzen, da sie aufgrund ihrer Größe länger am Boden kriechen können. Auch diese setzen sich damit den giftigen Chemikalien aus und tragen oft gesundheitliche Folgeerscheinungen davon. Zusätzlich wird durch die Kinderarbeit deren Schulbildung unterbunden oder behindert, wodurch weitere soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität entstehen können.

Aus dieser Sicht gesehen ist also der Genuss von tropischen Früchten, vor allem in Hinblick auf den Transport und die CO₂-Emissionen, fragwürdig, jedoch sind die ökologischen Folgen hier weitaus geringer als etwa bei der Fleischerzeugung oder bei der Erzeugung von Milchprodukten.

Text von Justus Mennerich

Wassermelonen (Foto: Pixabay)

Superfrucht des Sommers: Wassermelone | Galileo

Weiterführende Quellen

Melonen | aktiv gegen Kinderarbeit

Wirkung von Lebensmitteltransporten auf die Umwelt 

Wassermelonen | andihit