Agrarökologische Event-Reise

Bobbili Jyothi und Arika Narasamma, zwei junge Bäuerinnen aus Andhra Pradesh im Süden Indiens, reisen im Februar und März mit uns durch Europa, um über ihre fast unglaubliche Erfolgsgeschichte zu berichten und in Austausch mit innovativen Kolleg:innen zu kommen. Nach einem Besuch in Andhra Pradesh lädt die internationale Koordination der Weltäcker der Zukunftsstiftung Landwirtschaft sie zu einer Rundreise in Deutschland, Niederlanden, Polen, Belgien und der Schweiz ein. Kommt vorbei und lasst Euch inspirieren!

Mehrere Frauen im Sari rühren in einer großen Metallschüssel kochende grüne Blätter
Organische Mittel fürs Feld (©RySS – APCNF)
In einem Blumenkreis auf dem Boden sind die neun Anbauprinzipien von APCNF dargestellt mit symbolischen Zeichen
Neun Anbauprinzipien von APCNF (©RySS – APCNF)

Auf jeweils einem halben Acre (rund 2000 m²) bauen die beiden Frauen genügend an, um die ganze Familie gesund durchzubringen. Das gelingt mit wenigen Prinzipien des Natural Farmings auf dem Feld und in ihrem „anytime money“ Garten, in dem immer etwas Frisches für den Tisch und den Markt zu ernten ist. Sowohl die schiere Menge der Biomasse als auch die unglaubliche Vielfalt der angebauten Pflanzen steigern den Humusaufbau und die Fruchtbarkeit der Böden massiv. Mit Präparaten zur Anregung des Mikrobioms der Böden und einer dritten Anbausaison mit eigener Saatgutmischung, durch zusätzliche Gewinnung und Speicherung von Wasser im stets grün bedeckten und möglichst ungestörten Boden haben sie die Widerstandsfähigkeit und Produktivität ihres Landes enorm gesteigert. Sie verzichten auf Kunstdünger und Pestizide und haben doch gegenüber der chemischen Landwirtschaft die Nase fast immer vorn. Über eine Million Bäuerinnen und Bauern sind 2015 in Andhra Pradesh auf community managed Natural Farming (APCNF) umgestiegen.

Bobbili Jyothi und Arika Narasamma stehen für eine neue Generation von Bäuerinnen, die begonnen haben, Indiens Landwirtschaft umzukrempeln. Die Frauen-Versammlungen der Gemeinde sind es, die die Umstellung auch wirtschaftlich vorantreiben. Sie vergeben Kleinstkredite und vertreten die Haushalte gegenüber der Bank, die sie als verlässliche Partnerinnen schätzt. Sie sorgen für Zusammenarbeit, Austausch und Information und sehen zuweilen auch nach dem Hausfrieden. Im UN-Jahr der Bäuerinnen, stehen sie für eine stille, aber effektive, agrarökologische Revolution. Darüber berichten Swati Reduchintala und Sudhakar Yerrakonda, die die beiden begleiten und bei der Beratungs-Organisation zur Stärkung von Bäuerinnen und Bauern, Rythu Sadhikara Samstha (RySS), am Aufbau von internationalen Beziehungen und der Gestaltung von Ausbildungskonzepten arbeiten.

RySS ist die staatlich unterstützte Organisatorin des APCNF. Sie hat auch eine deutsch-indische Global Academy for Agroecology Research & Learning ins Leben gerufen, die Bäuerinnen wie Bobbili und Arika in einem innovativen Bachelor-Studiengang zum größten Teil auf ihrem eigenen Acker ausbildet und die Erforschung und Entwicklung neuer Anbau-Modelle und die gemeinsame Datensammlung vorantreibt. Die Akademie sucht den internationalen Austausch mit agrarökologischen Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen.

Nun bringt der Erfolg der Bäuerinnen sie nach Europa: Wir laden ein zu einem gemeinsamen Lernen und Inspirieren – vieles, was wir in Indien sehen, kann uns als Vorbild dienen!

Die genauen Veranstaltungsdetails und -orte werden sehr zeitnah auf unserer Website veröffentlicht. Damit Ihr Euch schon mal die Tage freihalten oder die Anreise planen könnt, hier ein kleiner Überblick, wann wir wo sein werden:

Die Tour startet ab dem 10.02.2026 in Nürnberg und Bamberg, wo Euch auch öffentliche Veranstaltungen erwarten. Mit einem Zwischenstopp in Freising erreichen wir am 15. Februar die Schweiz, wo Ihr uns am 17.02. in Bern treffen könnt. Anschließend geht es über Warschau und weiteren Stationen in Polen nach Berlin: zwischen Samstag, dem 21. und dem Dienstag darauf werden wir in der Region sein. Am Donnerstag erwartet Euch dann eine Abendveranstaltung in Bonn. Nach der anstehenden Weltacker-Konferenz geht es dann für unsere Gäste zum neuen Weltacker in Groningen, am fünften März treffen wir in Wageningen auf eine brasilianische Delegation. Die Tour endet nach knapp einem Monat am 07.03.2026 in Brüssel.

Wir freuen uns auf viele von Euch! Alle Veranstaltungen werden auf Englisch durchgeführt.


07.01.2026