Suche
Suche Menü

Mitmach-Aktion „Klimatomate“

 Die „Klimatomate“ soll Hitze und Trockenheit deutlich besser vertragen und dennoch Ertrag bringen.

Der Unterschied liegt in der Anbaumethode: Tomaten können bis zu 1,80 m tief wurzeln und sich im Idealfall mit Wasser selbst versorgen. Nur bei der Anpflanzung unterstützen wir mit ausreichend Wasser und setzen das Eiskraut als besonders effektiven Bodendecker dazu. Eiskraut eignet sich als Salat, kann aber auch wie Spinat zubereitet und verzehrt werden und ist dabei genauso gesund.

Die Aktion „Klimatomate“ starteten wir im Frühjahr 2020 und wollen auch dieses Jahr weiter machen. Dafür suchen wir Gärtner*innen, die mit der besonderen Anbaumethode „Klimatomaten“ kultivieren und mit uns ihre Erfahrungen teilen. Wir freuen uns, wenn Sie nach der Erntesaison den Fragebogen für unsere Evaluation ausfüllen.

Ihr wollt gemeinsam mit uns die Klimatomaten anbauen?
Dann nichts wie los!

Der Weg zur erfolgreichen Klimatomate:

Zur Teilnahme füllt bitte die Online-Umfrage aus und schickt uns Eure Fotos an ben@2000m2.eu Wir veröffentlichen diese dann hier auf unserer Webseite, sodass die ganze Community Zugriff auf diese wertvollen Einblicke bekommt.

Aussaat:

Die Aussaat der Tomate ist einfach und ab Ende März bei Zimmertemperaturen von 24-28°C möglich. Die Keimzeit beträgt ungefähr eine Woche, wobei die Tomatenpflanzen in Töpfen mild feucht gehalten werden sollten. Nach der Keimung sollten die Pflanzen an einem hellen Standort bei Temperaturen von 15-17°C lagern, damit sie nicht zu schnell in die Höhe wachsen.

Pikieren:

Die Entwicklung der ersten Laubblätter braucht ungefähr zwei Wochen, dann können die Pflanzen pikiert werden. Die Wurzeln sollten etwas eingekürzt und die Pflanze bis zu den zwei obersten Blattpaaren entblättert werden.

Eiskraut & Klimatomate Teil 1: Aussaat & Anzucht

Pflanzung:

Gepflanzt wird die Tomate Ende Mai. Dafür muss ein 30 cm tieferes Loch, welches der Länge der Tomatenpflanze entspricht, ausgehoben werden. Dieses wird zuerst mit Kompost befüllt und anschließend kräftig mit 10 – 20 l Wasser gegossen. Die Tomatenpflanze wird so gepflanzt, dass nur die obersten Laubblätter über der Bodenoberfläche zu sehen sind. Das Loch wird bis zur Hälfte mit Erde gefüllt und mit 10 l Wasser aufgegossen. Anschließend wird das Loch vollständig mit Erde aufgefüllt.

Das Wasser sinkt tiefer und soll schon die Jungpflanze zur Ausbildung tiefer Wurzeln anregen, wodurch selten bis gar nicht gegossen werden muss. Die Pflanze bezieht auf diese Weise das nötige Wasser vom Grundwasser. Diese Methode kann jedoch bei sehr leichten Böden sowie Böden, die diese tiefe Wurzelbildung nicht zulassen, scheitern. Auch ein zu niedriger Grundwasserspiegel erschwert diese Methodik.

Eiskraut & Klimatomate Teil 2: Pflanzung

Pflege:

Anbauvergleich auf der Insel Scharfenberg: Im Norden von Berlin liegt im Tegler See die Insel Scharfenberg. Der Gärtner, Thomas, vom Gymnasium Scharfenberg führt ein Anbauversuch mit Tomaten durch. Aber lest selbst hier!

Eine Teilnehmerin schreibt: „Seit 4 Jahren pflanze ich die Tomaten in 70 – 80 cm tiefe Löcher. Diese werden mit einer Mischung aus Kompost, Sand und lockerer Gartenerde, da wir schweren Lehm- und Tonboden haben, aufgefüllt. Die Pflanzstelle wird über das Jahr gemulcht. Zwischen zwei Pflanzen bohre ich ein kleines Loch, welches als Gießloch offen bleibt. Bei der super Hitze 2019 und fast keinem Regen musste ich nur alle 14 Tage 10 Liter Wasser in die Gießlöcher einfüllen. Auch meine Brennesseljauche gieße ich über die Löcher ein.“

Tomaten

„Klimattomaten“-Pflanzung im Interkulturellen Garten Lichtenberg am 7.6.2020

Der Interkulturelle Garten Lichtenberg (IKG), Weltacker-Club Mitglied, hat  am 7.6.2020 die „Klimatomate im IKG gepflanzt.  Dazu haben sie ihre kleine Weltacker-Fläche in der Mitte mit einer Wurzelsperre geteilt. Im hinteren Teil wurden Tomaten zwischen freigemachten Stellen in den Inkarnatklee, wie gewohnt eingesetzt. Neben jede Pflanze wurde ein Blumentopf, zum Gießen, eingesenkt. Diese werden dann alle 2 – 3 Tage gegossen. Durch die Wurzelsperre wird der Wasserdurchlass für die „Klimatomate“ verhindert.

Im vorderen Teil haben Marion und Peter, Krautbock, große und tiefe Löcher gedbuddelt. Die Pflanzung wurde einigen Gartenfreund*innen demonstriert und per Video dokumentiert (Video vom 7.6.2020 IKG Lichtenberg) Für die drei „Klimatomaten“ wurden 90 Liter Wasser benutzt. Zwei Tage später sahen die Tomaten noch sehr gut aus. Das Eiskraut leider nicht, da es noch keine großen Wurzeln in der Anzucht gebildet hatte. Den Anwesenden wurde vorab die Tomatensorte „Cerise“ mit drei Bildern, das Eiskraut und der Inkarnartklee anhand von Fotos erläutert. Wir sind auf den nächsten Bericht von Krautbock aus dem IKG Lichtenberg gespannt.

Klimatomate Teil 3 Pflege / Tomaten pflegen / Brennesseljauche

Biosaatgut, welches sich gut für die „Klimatomaten“-Methode eignet:

Die Tomatensorte sollte  samenfest und für den Freilandanbau passend sein.  Cocktail- und Salattomaten sind oft krautfäuletolerante Sorte und damit für den Freilandanbau prädestiniert. Wie z. B. Cerise Rot/Gelb, Clarita, Resi, Sweet Angora

Jeebel Biogartenversand

Dreschflegel Biosaatgut

Im Katalog sind Freiland-Tomatensorten gekennzeichnet

Samenbau Nordost Kooperative

Sweet Angora, Cocktailtomate

Bezugsquellen für Eiskraut-Saatgut