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„One Health One Planet“

Über 6000km trennen Deutschland von Kenia. Eine sehr weite Distanz, doch bei unserem Projekt «One Health – One Planet» verschwindet diese große Entfernung. Dieses Projekt bringt kenianische und deutsche Kinder zusammen und ermöglicht ihnen einen lebendigen Austausch zu ihrem Alltag, globaler Landwirtschaft und zu Klimafragen.

Durch die Eindrücke aus ganz anderen Orten der Welt eröffnen sich den Kindern neue Perspektiven auf die Welt. Begleitet und unterstützt werden sie dabei über mehrere Monate hinweg vom Berliner Weltacker in Deutschland und dem Verein Seed Savers Network Kenya in Gilgil.

Mit unserem Austausch-Tagebuch möchten wir euch mit auf die Reise nehmen!


20. und 21.12.

Nach unserem öffentlichen Austausch am 14.12. sind wir nun mitten in der Weihnachtszeit angekommen. Der erste Schnee bedeckt die Schulgärten und Schulhöfe, in den Fenstern der Walter-Gropius-Schule hängen selbstgemachte Weihnachtskarten. Die Ferien stehen vor der Tür und damit auch das Ende unseres „One Health-One Planet“ Projekts. In den letzten vier Monaten wurde gepflanzt und geerntet, es wurden interkontinentale Fragen gestellt und beantwortet. Wir sind in die Tiefe und Vielfalt des Bodens vorgedrungen und haben die Weite nach Kenia federleicht überwunden. In den letzten zwei Schulbesuchen hieß es also Abschied nehmen und Rückblick halten.
Mit einem spannenden Quiz wurde das Wissen der Neuköllner Schüler*innen auf die Probe gestellt. Wer weiß noch, wie viele Bodenlebewesen sich in einer Hand Humus tummeln? Und wie viele Sprachen wurden nochmal in Kenia gesprochen? Um uns vom Rätseln zu erholen, kochten wir dann das kenianische Grundnahrungsmittel Ugali nach. Dafür hatten uns einige Schüler*innen aus Gilgil sogar ein Erklärvideo gedreht. Die Masse aus Maismehl schmeckt ähnlich wie Polenta (ohne Beilage nach nicht allzuviel). Zum Schluss naschten Weihnachtskekse und lauschten Märchen von dem afrikanischen Kontinent.
Auf der Insel Scharfenberg wurde der Abschied ebenfalls mit Essen gefeiert. Wir wollten einmal selbst ausprobieren, wie schwierig es eigentlich ist ein Feuer zu entzünden: Schließlich kocht die Mehrheit der Bevölkerung Kenias mit Holz. Bei Stockbrot und Chili sin Carne wurde uns trotz des Outdoor-Unterrichts schnell warm und wir konnten am Feuerkessel unsere Gedanken zu den Erfahrungen der letzten Monate austauschen. Auch von der Schüler*innen selbst produzierte Erklärfilme zu diversen Nachhaltigkeitsthemen sind in Arbeit – aber jetzt geht es erst einmal in die wohl verdiente Winterpause.


Einladung zum Abschluss-Event am 14.12.2021

Am 14.12. kamen wir ein letztes Mal zusammen, um auf unseren kenianisch-deutschen Schulaustausch zurückzublicken. Drei Monate lang hatten Schüler*innen und Lehrende die Möglichkeit bekommen, im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand zu blicken, sich kennenzulernen und ihren Schulalltag miteinander zu teilen. In unserem Abschluss-Event teilten wir das Erlebte, neue Erkenntnisse und Erfahrungen miteinander und mit der Öffentlichkeit. Wir sprachen über Jahreszeiten, Schuluniformen und traditionelle Gerichte, doch seht selbst!

Kenianisch-deutscher Schulaustausch Abschluss-Event

29. und 30.11.

In dieser Woche haben die Berliner Schüler*innen die Erfahrungen, die sie beim Führen ihrer Interviews sammeln konnten, miteinander und mit uns geteilt. Sie trugen Geschichten ihrer Eltern und Großeltern aus der Sowjetunion, der Türkei und Zeiten des Zweiten Weltkrieges zusammen. Wir erfuhren von Familien, die früher ihre Tiere selbst schlachteten, von einem Großvater, der selbst Pastor war und einem, der in Russland heimlich Weihnachten feierte. „Meine Oma hat mir erzählt, dass sie ihr Essen früher einfach in Eimern verpackte und draußen in den Schnee stellte“, berichtet uns eine Schülerin, worauf eine andere sich anschließt: „Und meine besorgte im Sommer immer einen großen Eisblock zum Kühlen ihrer Vorräte, einen Kühlschrank hatte sie nämlich nicht“. Es wird erzählt von Einmachgläsern, der Seltenheit von Fleischkonsum, sogar von Telefonzellen. Wir sind begeistert!

Und nicht nur die Ergebnisse der Interviews waren Thema, anschließend an die eifrigen Pflanz-, Bau- und Ernteprojekt der kenianischen Schüler*innen sprachen wir über die Vor- und Nachteile einer Agroforstwirtschaft und wie diese eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zur konventionellen Landwirtschaft und den in Deutschland so verbreiteten Monokulturen darstellen könnte. Außerdem fragten wir uns, wie viele Quadratmeter Ackerfläche eigentlich in einem Döner, oder einem Teller Spaghetti Bolognese stecken. In einen Vergleich dazu setzten wir zwei vegetarische Gerichte: Kartoffelpuffer mit Apfelmus und eine Kartoffel-Kürbissuppe. Zur Veranschaulichung klebten wir die berechneten Quadratmeterzahlen mit Kreppband auf dem Schulboden auf. Das Ergebnis war beeindruckend! Welche Gerichte wohl weniger Raum einnehmen?


17.11.2021

Auch in Kenia geht die Reise weiter: An den kenianischen Schulen sollen kleine Obstbaum-Wälder entstehen, die die Schüler*innen maßgeblich selbst designen und gestalten. In der kommenden Woche sollen die langfristig geplanten Bäume zusammen mit kurzweiligen Fruchtsorten gepflanzt werden. Jede*r Schüler*in wird dann eine Patenschaft für einen Baum übernehmen, sich kümmern und von diesem lernen.

Mehrstöckiger Garten

Und weil’s so schön war, noch einmal: Während die jüngeren Schüler*innen weiter in ihren digitalen Kompetenzen geschult wurden, durften die älteren einen weiteren Multi-Storey-Garden errichten. Dominic vom Seed Saver Network Kenya ist zufrieden: „Kids were very creative and enjoyed themselves“.


16.11.2021

„Zero Waste“ bevor es Plastik gab. „Lokal und saisonal“, bevor es global gab. „Vegan“ bevor es cool wurde… Was heute hip ist, war ‚früher‘ für viele Menschen in Deutschland normal. Doch wie war das damals eigentlich mit dem Plastikverbrauch und der Lebensmittelverschwendung? Wie lebte es sich ohne Kühlschrank? Schmeckte das Müsli ohne Banane überhaupt? Und wie oft aßen die Menschen Fleisch? Diese Fragen sollten sich die Schüler*innen der Schulfarm Insel Scharfenberg und der Walter-Gropius-Schule in dieser Woche stellen und somit ihren eigenen Lebensstandard hinterfragen. Denn der heute doch so alltägliche Gang in den Supermarkt ist noch gar nicht so lang die Normalität: Bevor Plastik überhaupt existierte musste der Jutebeutel nicht hip, sondern einfach bei jedem Einkauf dabei sein, wer sein Obst und Gemüse selbst anbaute, hielt bei der Ernte nicht nur die orangene Frucht, sondern auch das Grün der Möhre in der Hand und wer sein Vieh selbst schlachtete, wusste um den Wert seines Fleisches.

Ackerbesuch

Ziel der Unterrichtseinheiten dieser Woche war die Entwicklung eines Interviewbogens zu einem der folgenden Themen: Lebensmittel- und Plastikverschwendung, Fleischkonsum, saisonale und regionale Ernährung, oder die Konservierung von Lebensmitteln. In den Schulstunden vermittelten wir den Schüler*innen das dafür notwendige technische „Know-How“. Sie erlernten audiovisuelle Grundlagen, also Anwendung und Wirkkraft verschiedener Kameraeinstellungen und -perspektiven, sowie das Erstellen eines Storyboards. Außerdem sprachen wir über das Interview an sich, darüber, welche Formen von Interviews es eigentlich gibt, wie sich diese unterscheiden und in welchen Bereichen sie Anwendung finden. Die Fragebögen für die zu führenden Gespräche erarbeiteten wir gemeinsam im Unterricht. Und schon jetzt stellte sich heraus, dass das Konservieren von Lebensmitteln gar kein Ding der Vergangenheit ist: „Meine Mama legt heute noch Oliven ein“, berichtete eine Schülerin der fünften Klasse. Genauso wenig scheint es die Haltung von Tieren zu sein, auf Anhieb entschied sich gut ein Drittel der Schüler*innen an der Walter-Gropius-Schule ihre Klassenlehrerin zu interviewen: „Sie hat nämlich Hühner!“. Hühner besitzt auch die Mutter einer Schülerin der Schulfarm Insel Scharfenberg: „Gerade müssen wir einen warmen Winterplatz für sie finden“. Und so werden die Schüler*innen in den kommenden Wochen ihre Eltern und Großeltern befragen, den Verkäufer vom Rewe um die Ecke, ihre Klassenlehrerin und den Schulgärtner. Wir sind sehr gespannt!


11.11.2021

Während sich in Deutschland der Winter nähert, liegen in Kenia die Temperaturen noch immer um die 20 Grad. Ein Wetter, das zu weiteren Outdoor-Aktivitäten einlädt! Nach einem Workshop zu digitalen Kompetenzen und dem Drehen eigener kurzer Videos zog es die Kinder und Jugendlichen der St Patrick Primary School in Marigat an die frische Luft. Sie ernteten Gemüse, das sie vor einem Monat selbst gepflanzt hatten und nicht nur das, sondern auch eine ganze Menge Unkraut. Außerdem bauten sie zwei sogenannte „Multi Storey Gardens“, die dazu dienen, auf engem Raum über das ganze Jahr Gemüse anzubauen. Die Pyramiden-artige Form dieser Miniaturgärten ist nicht nur platzsparend sondern erlaubt es, auf jeder ‚Etage’ andere Gemüsesorten zu säen. Es war ein schweißtreibender, aber erfolgreicher Tag, wir freuen uns schon auf die Ernte!

Mehrstöckiger Garten

20.09.2021

Es wird Herbst in Berlin – Zeit auf den Acker zu fahren und das Gemüse vor der Ernte genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit Exkursionen zu den Prinzessinengärten Neukölln (Kollektiv und Moritzplatz) und und auf den Weltacker in Pankow, konnten wir Ernährungs- und Landwirtschaftsthemen wortwörtlich begreifen.

Ackerbesuch

In einer Hand Humus leben mehr Mikroorganismen und Lebewesen als Menschen auf unserer Erde. Dieses bunte Treiben wurde in Bildern verarbeitet, die nächste Woche auf die Reise nach Kenia gehen. Doch auch das Herstellen von Seedballs, das Pflücken von Pfefferminz-Sträuschen und die vielen verschiedenen Ackerkulturen begeisterten uns. Wie jede Woche wurden Videos aufgenommen, um die Kinder und Jugendlichen in Ostafrika an unserer Erfahrung teilhaben zu lassen. Darin berichteten wir, welche Kräuter und Gemüsesorte für welche Gerichte genutzt werden. Hier findet ihr die Videos der deutschen Schule und hier die der kenianischen Schule.


13.9.2021

„Ich dachte immer, Bananen wachsen auch in Deutschland“, meint Yasid erstaunt. Gerade hat er gemeinsam mit der 5d der Walter-Gropius-Schule Berlin ein Video der Partnerklasse in Gilgil/Kenia gesehen. Davor wurde gemeinsam ausgerechnet, wie weit Kakao, Reis oder Soja eigentlich reisen müssen, bevor sie in Europa ankommen. Mit unserem Virtuellen Deutsch-Kenianischen Schulaustausch „One Health – One Planet“, weiten wir unsere Kooperation mit den Seed Savers Network Kenya auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus. Von September bis Dezember berichten sich die Klassen in Berlin und Kenia (genauer: Gilgil, Marigat, Malinya und Luanda)  gegenseitig per Videos und Echtzeit-Zoom-Calls über ihre Lebensrealitäten: sei es typisches Essen, Lieblingsfächer oder die wichtigsten Kulturen ihres Schulgartens.

Das Kennenlernen stand in den ersten Treffen im Vordergrund. „Was sind eure Lieblingsfächer?“, „Wie kommt ihr zur Schule?“, „Wie ist das Wetter bei euch?“. Viele Fragen sind uns eingefallen. Per Video-Botschaften wurden sie jetzt nach Kenia geschickt. Während wir gespannt auf Antworten warten, gibt es viel im Schulgarten zu tun: Tomatenernte, Saatgutgewinnung, Gründüngung einsäen. Uns wird nicht langweilig!


Wie funktioniert dieser Austausch?

Die Schüler*innen aus beiden Ländern treffen sich mit Live-Calls und können sich so direkt unterhalten und austauschen. Dazu drehen sie noch eigene Videos, um ihren Austausch-Partner*innen etwas über ihre Essgewohnheiten, über die Lebensmittel, die sie jeden Tag verzehren, ihre Gesundheitssituation, den Klimawandel und über viele andere Dinge ihres alltäglichen Lebens zu erzählen. Ganz besonders werden dabei auch die Schulgärten gegenseitig präsentiert. So können alle beteiligten Schüler*innen einen Blick in eine ihnen sonst so entfernte Welt werfen, neue Perspektiven auf die Welt und die Globalisierung gewinnen und sich ganz nebenbei in der digitalen Welt ausprobieren und ihr Englisch üben. Doch nicht nur digital findet der Austausch statt, für die Videos begeben sich die Schüler*innen auch auf Exkursionen, machen Experimente und arbeiten im Garten.

Der 2000m²-Weltacker als Erfahrungsort

Hierbei wird den Kindern ein einfacher und anschaulicher Zugang zu den Themen der Landwirtschaft und Ernährung: z.B. das „Flächenbuffet“ ermöglicht. Auf diesem werden die Zutaten verschiedener Gerichte angebaut, um die jeweilige Flächennutzung einer Mahlzeit zu verdeutlichen. Diese Erfahrungen und alltäglichen Erlebnisse können sie nun mit kenianischen Kindern austauschen. So bekommen sie ein realistisches, lebensnahes und persönliches Bild von den Verhältnissen und Gewohnheiten auf dem anderen Kontinent. Der fremde Blick auf das eigene Leben eröffnet zugleich die Möglichkeit für eine kritische Auseinandersetzung und Wertschätzung der eigenen Situation.

Am Ende des Projekts wird noch ein gemeinsames Abschluss-Video über den Austausch erstellt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse und möglicherweise auch gemeinsamen Botschaften sollen der breiten Öffentlichkeit im Internet zugänglich machen und zur Nachahmung und weiterem Austausch anregen. Also bleibt gespannt auf die Botschaften, die uns die Schüler*innen mitgeben wollen und werden!

Erfahrt hier wo genau die teilnehmenden Partnerschulen liegen.

Hier könnt Ihr mehr über die deutschen Schulen erfahren:

Walter-Gropius-Schule Berlin

Schulfarm Insel Scharfenberg


Gefördert von der LEZ