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Hülsenfrüchte: Das Fleisch des Ackers

In kleiner Runde haben wir am vorletzten Samstag in einem Workshop das Thema Hülsenfrüchte von verschiedenen Seiten angeschaut.

Die verschiedenen Arten und Sorten auf unserem Weltacker nehmen zusammen mit der Kleeuntersaat im Weizen rund 800 m² ein! Die zweitgrößte Parzelle hat das Grünfutter, ein Klee/Gras und Luzernegemisch, mit immerhin 210 m². Für die einfache Reproduktion der Bodenfruchtbarkeit sollten es aber mindestens 600 m² sein. Solche Gemische bringen Stickstoff und organische Substanz in den Boden, die zwei wichtigsten Substanzen um den Boden dauerhaft fruchtbar zu halten. Idealerweise sollte diese Kultur 3 Jahre stehenbleiben, danach wird umgebrochen. Die Wurzeln verbleiben im Boden und dienen den Mikroorganismen, ohne die ein fruchtbarer Boden nicht möglich ist, als Futter. Den oberirdischen Aufwuchs kann man an Kühe verfüttern, oder auch an die Regenwürmer.

Auch wenn es für die menschliche Ernährung nicht direkt zu gebrauchen ist, das Grünfutter ist die wichtigste Kultur auf dem Weltacker. Den Mangel an Klee/Grasgemischen kann man ausgleichen durch den Anbau von einjährigem Klee, als Gründüngung oder Untersaat unter andere Kulturen. Eine Mulchdecke aus organischem Material und eine gute Kompostwirtschaft sind ebenfalls sehr hilfreich. Wir haben im Botanischen Volkspark ein gutes Umfeld um zusätzliches Kompostmaterial zu gewinnen: Grünflächen, die regelmäßig gemäht werden und jetzt im Herbst zusätzlich viel Laub von den Parkbäumen.

Auch die Körnerleguminosen, Bohnen, Erbsen und Soja bringen Stickstoff in den Boden, über die Symbiose mit Knöllchenbakterien, die den Luftstickstoff in eine pflanzenverfügbare Form umwandeln. Aber die Zufuhr an organischer Substanz über die Wurzeln und die Ernterückstände ist viel geringer als bei Klee und Luzerne. Langjährige Versuche haben gezeigt, dass eine Zwischenfrucht mit Phacelia langfristig höhere Erträge bringt als eine Lupinenzwischenfrucht!

Die Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, sind ein großes Geschenk der Natur an uns: sie ernähren sowohl den Acker, unsere Haustiere, als auch uns Menschen. Die Legenden, die Jahre oder gar Jahrzehntelang erzählt wurden, dass pflanzliches Eiweiß minderwertiger sei als tierisches, sind durch neuere medizinische Forschungen längst widerlegt. Es hat sich sogar gezeigt, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Wir tun uns selbst und auch der Erde und allen Mitbewohnern etwas Gutes, wenn wir weniger tierische Produkte essen. Der hohe Verbrauch an tierischen Produkten ist ein wichtiger Grund, warum wir hier in Europa nicht reichen mit unseren 2000m² Ackerland, die uns zur Verfügung stehen.

Sehr hilfreich um daran etwas zu ändern, sind zum Beispiel Aufstriche aus Hülsenfrüchten, wie meine Soja – Curry – Paste die bei allen Gästen des Leguminosen-Workshops gut angekommen ist; und sie zeigt auch ganz nebenbei, dass man aus Soja auch etwas anderes machen kann als Tofu.

Hier mein Rezept für euch:

500g Soja, über Nacht einweichen, kochen mit Wasser und Öl bis die Bohnen weich genug sind zum pürieren

Ich hab 250 ml Öl zugegeben, etwas weniger Öl und mehr Wasser hätten es auch getan, zumal Sojabohnen selbst sehr viel Öl enthalten.

Würzen mit Salz und Curry und/oder anderen Kräutermischungen. Man kann das gleiche auch mit allen anderen Arten essbarer Hülsenfrüchte machen: weiße Bohnen, schwarze Bohnen, Kidneybohnen, Linsen und Bohen aller Art und in allen Farben und natürlich auch ganz klassisch Hoummus (wie wird das eigentlich richtig geschrieben?) aus Kichererbsen. Beim Würzen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, scharfe Sachen mit Chilli oder Pfeffer, oder Süßes mit Tomaten oder anderen Früchten, oder beides gleichzeitig sind möglich, auch Pastinaken, Wurzelpetersilie, Zwiebeln oder Kürbis lassen sich mitverarbeiten. Die Mengen der einzelnen Zutaten sind Variabel und richten sich einfach nach eurem Geschmack. Ich koche ja nie nach Rezepten, mein Kochbuch ist meine Fantasie und in den allermeisten Fällen wird das Ergebnis so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Also frisch auf ans Experimentieren! Und lasst es euch gut schmecken, das Fleisch des Ackers.

Herzliche Grüße an alle Freunde unseres Weltackers von

Gerd

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