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Ekke Spiegel
Zum Pflanze der Woche

Pflanze der Woche – Maniok

Während der Maniok weltweit über einer halben Milliarde Menschen als Grundnahrungsmittel dient, ist er in Deutschland fast unbekannt. Bei uns auf dem Weltacker steht er auf etwa 37 m² und ist damit die wichtigste Wurzelfrucht. Er nimmt also im Weltmaßstab mehr als 50% mehr Fläche ein als die Kartoffel mit 23m². Der Großteil der weltweiten Anbaufläche von fast 30 Millionen ha liegt in Lateinamerika, Afrika und dem tropischen Asien. Die wichtigsten Produzenten sind Nigeria, Thailand, Kongo und Brasilien.

Maniokblüten (Bild von pixels)

Maniok ist eine der vielen Pflanzen die ihren Ursprung in Brasilien haben. Dort wächst im Süden des Landes immer noch die Wildform des Manioks. Domestiziert wurde der Maniok vor etwa 10000 Jahren und verbreitete sich dann Richtung Norden. Bereits für die Zeit vor etwa 6000 Jahren gibt es Hinweise auf die Präsenz des Manioks in Mexiko. Er wurde dort neben dem Mais und den Bohnen eine der Grundlagen der pflanzlichen Ernährung der Maya.

In der Neuzeit wurde der Maniok von portugiesischen Händlern über den Atlantik nach Afrika und später auch nach Indien gebracht. Besonders erfolgreich war die Pflanze dann in Afrika, wo sie in relativ kurzer Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel auf Kosten einheimischer Kulturpflanzen wurde. Maniok ist im Hinblick auf die Kohlenhydratproduktion eine der produktivsten Kulturpflanzen und produziert pro Tag und Flächeneinheit mehr Kalorien als selbst Zuckerrohr.

Maniokknollen (Bild von Pixabay)

Der Maniok ist ein mehrjähriger Busch und kann fast 5 m Höhe erreichen. Angebaut wird die Pflanze jedoch als einjährige Kultur. Dabei werden von Mutterpflanzen Stecklinge genommen und gepflanzt. Obwohl der Maniok blüht und Samen produziert, wird er fast nie über Samen vermehrt. Im Anbau werden beim Maniok „bittere“ und „süße“ Sorten unterschieden. „Bittere“ Sorten enthalten einen höheren Anteil an Glykosiden, sind also roh verzehrt giftiger. Um genießbar zu werden, muss der Maniok vor Verzehr gewässert werden. Er wird dabei zu einer Paste zermahlen und mit Wasser bedeckt. Diese Mischung steht dann für einige Tage und fermentiert. Dabei zerfallen die Giftstoffe und der Maniok wird genießbar. Ein Nebeneffekt dieser Fermentierung ist, dass die im Maniok enthaltenen Nährstoffe aufgeschlossen und damit besser verdaubar werden. Das nach dieser Behandlung bereitete Maniokmehl wird in Westafrika Gari genannt und ist aus der Westafrikanischen Küche nicht wegzudenken. Die Blätter des Maniok sind ein beliebtes Blattgemüse in vielen Ländern.

Eine Maniokpflanze

Maniok ist eine sehr robuste Pflanze, die bestens an etwa auftretende Trockenperioden angepasst ist. Eine wichtige Besonderheit des Manioks ist, dass er in Symbiose mit mehreren Pilzen lebt. Diese Pilze ermöglichen ihm Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen, welche für andere Pflanzen nicht oder nur schwer erreichbar sind. Der Austausch zwischen Pilzen und Maniok erinnert dabei an einen regelrechten Tauschhandel. Der Maniok „füttert“ die Pilze mit Zucker und Fetten und erhält im Gegenzug Phosphor. Diese Form des Austauschs ist vor allem deshalb von so großer Bedeutung, da viele tropische Böden dazu tendieren Phosphor zu immobilisieren und die Aufnahme durch Pflanzen fast unmöglich zu machen.

Botanisch gehört der Maniok (Manihot esculenta) in die Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Das macht ihn zu einem Verwandten des Rizinus und des so beliebten Weihnachtssterns.